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29.09.2017

Studie: Agrar-Biodiversität flexibel fördern

Eine Studie des Thünen-Instituts zur Biodiversität in der Agrarlandschaft fordert mehr Flexibilität bei den Maßnahmen und eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen.

Übergabe der F.R.A.N.Z.-Studie: Bernhard Krüsken (DBV), Staatssekretär Hermann Onko Aeikens (BMEL), Thomas Schmidt (Thünen-Institut), Staatssekretär Jochen Flasbarth (BMUB), Stephan Zirpel (Michael Otto Stiftung) (v.l.n.r.)
Übergabe der F.R.A.N.Z.-Studie: Bernhard Krüsken (DBV), Staatssekretär Hermann Onko Aeikens (BMEL), Thomas Schmidt (Thünen-Institut), Staatssekretär Jochen Flasbarth (BMUB), Stephan Zirpel (Michael Otto Stiftung) (v.l.n.r.).
Quelle: 
Krafft Angerer

Der Erhalt der biologischen Artenvielfalt ist ein Grundpfeiler der Ökosysteme. Gerade für die Landwirtschaft ist sie essenziell. Doch die konventionelle Agrarwirtschaft gilt auch als einer der Auslöser für den Rückgang der Biodiversität. Warum greifen Biodiversitätsmaßnahmen in der Landwirtschaft so schlecht und was muss getan werden, damit es sich ändert? Forscher vom Thünen-Institut für Ländliche Räume haben nach Antworten gesucht und bundesweit insgesamt 44 Landwirte und landwirtschaftliche Berater zu Hemmnissen und Verbesserungsmöglichkeiten bei der Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen befragt.

Das Ergebnis stellten die Forscher im September gemeinsam mit der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz und dem Deutschen Bauernverband in Berlin vor. Die 65 Seiten umfassende FRANZ-Studie mit dem Titel „Hindernisse und Perspektiven für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft“ ist ein „Meinungsbild, dass die Praxis widerspiegelt", sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretät im Bundesumweltministerium bei der Präsentation der Studie. Sie zeigt sowohl bestehende Hürden auf, benennt aber auch Maßnahmen, die mehr Biodiversität in der Agrarwirtschaft fördern würden.

Maßnahmen an regionale Bedingungen anpassen

„Die Befragung hat gezeigt, dass sowohl harte Faktoren wie die Wirtschaftlichkeit als auch weiche Faktoren wie das Image über die Umsetzung von Maßnahmen entscheiden. Um eine bessere Akzeptanz zu erreichen, müssten die Maßnahmen flexibler an regionale Ansprüche angepasst werden“, erklärt Thomas Schmidt vom Thünen-Institut. Optimierungsbedürftig ist demnach auch sowohl die Kommunikation innerhalb der Landwirtschaft als auch in der Gesellschaft. „Auch eine Veränderung der Rahmenbedingungen ist notwendig, damit mehr Biodiversitätsmaßnahmen in der intensiven Landwirtschaft umgesetzt werden“, so der Geschäftsführer der Michael Otto Stiftung, Stephan Zirpel.

Bürokratie darf Maßnahmen der Landwirte nicht ausbremsen

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, plädiert dafür, vorhandene Instrumentarien optimal zu nutzen. Sein Appell an die Politik:  „Das Engagement der Landwirte für mehr Biodiversität darf nicht durch Bürokratie, starre Vorgaben, unklare Perspektiven und eine zu geringe Honorierung der Naturschutzleistungen ausgebremst werden.“

F.R.A.N.Z.-Studie zu Hindernissen und Perspektiven für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft

Gleichfalls gibt es immer mehr Landwirte, die den Schutz der biologische Artenvielfalt als Verpflichtung sehen und mit dem Ansehen ihres Betriebes und der Landwirtschaft begründen. „Zusätzliche Anstrengungen der landwirtschaftlichen Betriebe können in der Breite allerdings nur dann eine Wirkung entfalten, wenn sie auch wirtschaftlich tragfähig sind“, betonte Hermann-Onko Aeikens, Staatssekretär beim Bundeslandwirtschaftsministerium, bei der Präsentation der Studie.

Ökologische Leistungen besser honorieren

Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, unterstrich, dass mehr Geld benötigt werde, um Landwirte für „die Erbringung ökologischer Leistungen zu honorieren, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu beeinträchtigen“. „Die mit der Studie erhobenen Daten sind ein weiterer Beleg dafür, dass wir in den nächsten Jahren dringend die EU-Agrarförderung reformieren müssen: gemeinwohlorientierter, ökologischer, unbürokratischer und verlässlich für die Landwirte“, betonte Flasbarth.

bb

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