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15.03.2018

Saatgut mit Plasma schützen

Mit kalten Plasmen wollen Forscher aus Greifswald und Neubrandenburg Saatgut von Weizen und Gerste vor Bakterien schützen und so den Einsatz von Pestiziden auf dem Feld reduzieren.

Forscher wollen mit kaltem Plasma Saatgut keimfreier und robuster machen.
Forscher wollen mit kaltem Plasma Saatgut keimfreier und robuster machen.
Quelle: 
INP/Henning Kraudzun

Es wird in der Wundheilung eingesetzt, aber auch in Leuchten und Fernsehern: kaltes Plasma. Plasma gilt nach fest, flüssig und gasförmig als der vierte Aggregatzustand. Dieses elektrisch leitfähige Teilchengemisch aus Atomen, Ionen, Elektronen und Molekülen entsteht, wenn einem Gas Energie zugeführt wird. Neben der Eigenschaft Wunden zu heilen, können kalte Plasmen aber auch multiresistente Bakterien töten, desinfizieren und sterilisieren. Diese Fähigkeiten will ein interdisziplinäres Team von Plasma-, Agrar- und Lebensmittelforschern nun nutzen, um Saatgut zu behandeln. Im Fokus stehen Weizen und Gerste, die bisher meist mit chemischen Beizmitteln zum Schutz behandelt werden.

Weniger Pestizide durch robusteres Saatgut

Im Rahmen des Projektes „Physics für Food“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird, wollen Forscher vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald INP und der Hochschule Neubrandenburg eine Strategie entwickeln, um Samen mithilfe physikalischer Technologien wie kalten Plasmen keimfähiger und robuster zu machen. „Wir wollen dazu beitragen, dass weniger Pestizide auf den Feldern eingesetzt werden“, betonen die Biologinnen Henrike Brust und Nicola Wannicke vom INP Greifswald. Sie erforschen seit Langem die Wirkung von Plasmen auf Pflanzen.

Saatguttest in Gatersleben

Erste Studien ergaben: Die schadstofffreie Plasma-Technologie kann das Wachstum der Pflanzen beflügeln und sie widerstandsfähiger machen. In Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben soll das mit Plasma behandelte Saatgut zunächst auf Versuchsflächen getestet werden. „Erst dann lassen sich Aussagen treffen, ob unsere Methode auch zu höheren Erträgen führt“, erläutert der Prorektor Forschung an der Hochschule Neubrandenburg, Leif-Alexander Garbe.

Keimung von Leguminosen optimieren

Ein weiterer Schwerpunkt im Projekt sind Leguminosen. Hier will das Team mithilfe der Hochleistungstechnologie die Keimung von Rotklee und Luzerne optimieren.

bb

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