Mit Bioökonomie zu einem resilienten Rheinischen Revier
Eine aktuelle Studie aus der Begleitforschung zeigt, wie das Rheinische Revier den Braunkohleausstieg nutzen kann, um mit regionaler Resilienz, gesellschaftlicher Offenheit und biobasierten Innovationen nachhaltige Zukunftsperspektiven zu schaffen.
Der Abschied von der Braunkohle stellt das Rheinische Revier vor eine der größten wirtschaftlichen Herausforderungen seiner Geschichte. Wie dieser Wandel gelingen kann, beleuchtet eine neue wissenschaftliche Veröffentlichung, die im Umfeld des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts „Bioökonomie Verstehen. Verbinden. Unterstützen“ entstanden ist. Die Studie verbindet regionale Resilienzforschung mit Zukunfts- und Szenarioanalysen und zeigt, wie sich Krisen in Chancen für nachhaltige Entwicklung verwandeln lassen.
Wie widerstandsfähig ist das Rheinische Revier?
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, welche Faktoren Regionen helfen, tiefgreifende Strukturbrüche zu verkraften und sich neu aufzustellen. Am Beispiel des Rheinischen Reviers analysierten die Forschenden 41 statistische Indikatoren zu Wirtschaft, Arbeitsmarkt und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Ergänzend führten sie 52 Interviews mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Unternehmen und Verwaltung. Ziel war es, nicht nur die Vergangenheit zu verstehen, sondern auch realistische Zukunftsbilder bis 2045 zu entwerfen.
Bioökonomie als Motor für neue Perspektiven
Ein zentrales Ergebnis: Neben wirtschaftlicher Stärke sind vor allem gesellschaftliche Offenheit und die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt entscheidende Treiber für regionale Anpassungsfähigkeit. Als besonders vielversprechendes Innovationsfeld hebt die Studie die Bioökonomie hervor. Sie kann neue Wertschöpfungsketten in Industrie und Landwirtschaft schaffen, den Einsatz nachhaltiger Technologien vorantreiben und den Weg zu einer klimafreundlichen Wirtschaftsweise ebnen.
Auf Basis der Analysen entwickelt die Studie drei Zukunftsszenarien: von einem möglichen Abgleiten in die Deindustrialisierung über eine konsequente Spezialisierung auf die Bioökonomie bis hin zu einem vielfältigen Branchenmix, in dem biobasierte Technologien verschiedene Industrien miteinander verknüpfen. Die Botschaft ist klar: Der Strukturwandel braucht mehr als Fördergelder und Technik. Entscheidend sind vernetzte Akteure, eine offene Innovationskultur und langfristige politische Unterstützung, damit aus dem Umbruch eine nachhaltige Erfolgsgeschichte wird. Im Rheinischen Revier leisten das unter anderem die Innovationsökosysteme rund um das Innovationscluster BioökonomieREVIER und das Kompetenzzentrum Bio4MatPro.
hb