Fischverarbeitung als Schlüssel für Nebenstrom-Nutzung
Die Blaue Bioökonomie braucht starke Wertschöpfungsketten. Ein aktuelles Positionspapier betont, dass Fischverarbeitung und Fischgroßhandel entscheidend sind, um Nebenströme besser zu nutzen, Kreisläufe zu schließen und nachhaltige Produkte in den Markt zu bringen.
Die Blaue Bioökonomie gilt als wichtiger Baustein für eine nachhaltige Ernährung, doch ihr Potenzial entfaltet sich nur, wenn die Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum Endprodukt effizient zusammenspielt. In einem Positionspapier hebt der Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels e.V. hervor: Verarbeitung und Großhandel seien das zentrale Bindeglied zwischen nachhaltiger Rohstoffgewinnung und verantwortungsbewusstem Konsum.
Nebenströme als Ressource, nicht als Abfall
Ein Kernargument: Gerade in der Verarbeitung fallen Nebenströme an, die sich stofflich und energetisch besser verwerten lassen, etwa für Inhaltsstoffe, Futtermittel, neue Materialien oder andere biobasierte Anwendungen. Damit solche Kreisläufe wirtschaftlich tragfähig werden, brauche es robuste Logistik, Qualitätsstandards und marktnahe Innovationen entlang der Kette, also dort, wo Verarbeitung, Veredelung und Distribution stattfinden.
Forderung an die Politik: Anerkennung, Rahmenbedingungen, Vernetzung
Der Verband plädiert dafür, die Fischwirtschaft (inklusive Verarbeitung und Handel) stärker als Bestandteil von Bioökonomiestrategien zu verankern und den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auszubauen. In einem Eintrag im Lobbyregister des Deutscher Bundestag wird diese Positionierung ebenfalls aufgegriffen und mit dem Wunsch nach verlässlichen Rahmenbedingungen und mehr strategischer Anerkennung begründet.
ag