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02.01.2019

Blue Bioeconomy vorantreiben

Die aquatische Biomasse nachhaltig erschließen und die Blue Bioeconomy vorantreiben – das steht im Fokus des neuen europäischen Netzwerks ERA-NET BlueBio COFUND. 

BlueBio-Marine Bioökonomie
Die Bioressourcen in Ozeanen und Süßgewässern erschließen - das ist Ziel des ERA-Nets BlueBio COFUND
Quelle: 
bluebioeconomy.eu

Meere und Ozeane sind reich an Bioressourcen. Diese auf nachhaltige Art und Weise langfristig zu erschließen, ist das Ziel von Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, die sich der Blue Bioeconomy verschrieben haben. Schon heute werden vielfach Algen, Miesmuscheln, Korallen oder Quallen für Anwendungen als neue Nahrungs- und Arzneimittel sowie nachhaltige Materialien erforscht. Doch längst sind noch nicht alle marinen Geheimnisse gelüftet bzw. das Potenzial vieler neuer Technologien, etwa aus der Biotechnologie, noch nicht gänzlich mit Blick auf aquatische Bioressourcen in süß- und salzhaltigen Gewässern erschlossen. Diesem Ziel hat sich das neue europäische Forschungsnetzwerk European Research Area-Net Cofund on Blue Bioeconomy (ERA-NET BlueBio COFUND) verschrieben. Hier haben sich 26 Partner aus 16 Ländern zusammengeschlossen, um gemeinsam Forschungs-und Entwicklungsvorhaben in der Blue Bioeconomy voranzutreiben. Im Fokus stehen dabei vor allem neue Lösungen zur Ernährungssicherung sowie zur Produktion von gesunden und sicheren Lebensmitteln aus aquatischen Ressourcen, die sich dabei auf neues biologisches bzw. biotechnologische Know-how stützen. Mithilfe des ERA-NET BlueBio COFUND soll aber auch die Vernetzung relevanter Akteure im Bereich der Blue Bioeconomy in Europa verstärkt sowie vielfältige Interaktionen auf europäischer und internationaler Ebene geschaffen werden.

Millionenförderung für Forschung zur Blue Bioeconomy

Die Förderagenturen der jeweiligen Länder stellen dabei ein Fördervolumen von etwa 23,25 Mio. Euro zur Verfügung. Die Arbeit der Netzwerkpartner wird zudem zusätzlich von der Europäischen Kommission im Rahmen des europäischen Innovations-und Forschungsprogramms HORIZION 2020 mit mehreren Millionen Euro unterstützt. Das neue europäische Netzwerk ist das Resultat der Zusammenarbeit der Joint Programming Initiative Healthy and Productive Seas and Oceans (JPI Oceans) sowie der früheren ERA-NET Initiativen COFASP-Cooperation in Fisheries, Aquaculture and Seafood Processing und MBT- Marine Biotechnology. Deutschland ist im ERA-NET BlueBio COFUND durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vertreten.

Aquatische Biomasse für neue biobasierte Produkte 

Die Partner des ERA-NET BlueBio COFUND verfolgen das Ziel, die Erschließung biotechnologischer Potenziale und Chancen auch von bisher unentdeckten biologischen Ressourcen aus süß- und salzwasserhaltigen Gewässern sowie die nachhaltigen Nutzungs- und Verwertungsmöglichkeiten aquatischer Biomasse entlang der gesamten Wertschöpfungskette voranzutreiben. Dies schließt auch die biotechnologische Kultivierung verschiedener aquatischer Zuchtbestände mit ein. Aquatische Biomasse kann sowohl als Wildfang oder aber in Salz- bzw. Süßgewässern, off-shore oder an Land gewonnen werden. Dabei anfallende Abfall- und Restströme sollen mithilfe neuer alternativer Nutzungswege im Sinne einer Kreislaufwirtschaft verwertet und nutzbar gemacht werden.

Zur Ausschreibung

Mehr Informationen zur ersten Ausschreibung des ERA-NET BlueBio COFUND gibt es hier:

Nun ist eine erste Ausschreibung veröffentlicht worden, die Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in vier verschiedenen Themenbereichen vorantreiben will: 

  • neue Ressourcen erforschen (u.a. mit Blick auf die Biodiversität von Süßwasser-Bioressourcen, auf den Einsatz von Omics-Technologien, die Nutzung von Abfällen oder die Erschließung von Mikrobiomen)
  • die Produktion von Fisch, Aquakulturen und Biomasse verbessern (u.a. durch die Entwicklung umwelt- und klimafreundlicher Methoden/Prozesse/Technologien/Ressourcen oder neuer Futtermittel)
  • Synergien nutzen (u.a. zwischen Meeres- und Süßwassersektor, Blue-Blue-Synergien oder Blue-Green-Synergien)
  • die Informations- und Kommunikationsgestützte Biotechnologie nutzen (u.a. Einsatz von künstlicher Intelligenz, Big Data, Internet of Things, Maschinelles Lernen zur Rückverfolgbarkeit von aquatischen Nahrungsmittelketten)

Das Netzwerk ERA-NET BlueBio COFUND fördert interdisziplinäre transnationale Verbundvorhaben, an denen mindestens drei Partner aus Forschung und Industrie aus drei verschiedenen Ländern beteiligt sind. An der ersten transnationalen Ausschreibung sind Förderorganisationen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Malta, Norwegen, Portugal, Rumänien, Schweden und Spanien dabei. 

Die Projektideen müssen innerhalb der vorgesehenen Projektlaufzeit realisierbar sein. Die Ausschreibung richtet sich dabei an akademische Forschungseinrichtungen sowie kleine und mittlere Unternehmen in den genannten Ländern. Industriepartner sind verpflichtend zu beteiligen. Die jeweiligen Zuwendungen als förderwürdig identifizierter Projektskizzen werden länderspezifisch gewährt. Jedes Partnerland finanziert die Antragsteller des jeweils eigenen Staates. Darüber hinaus können sich Forschungs- und/oder Industriepartner mit eigenen Mitteln als sogenannte external contributor an Projekten beteiligen. Diese können sowohl aus Partnerländern des ERA-NET BlueBio-Konsortiums stammen als auch aus Ländern, die sich nicht im ERA-NET BlueBio engagieren.

Interessierte Forscherinnen und Forscher sind aufgerufen, an einem Brokerage Event in  Norwegen teilzunehmen. Es findet am 30.01.2019 in Oslo statt und eine Registrierung ist hier möglich: https://blubio-brokerage-event-2019.b2match.io/

Dreistufiges Antragsverfahren

Die Laufzeit der Projektförderung beträgt bis zu drei Jahre. Das Antragsverfahren ist dreistufig angelegt. Projektskizzen, die sich auf eines der genannten Themenfelder fokussieren, sind bis spätestens 17. März 2019 über die europäische Plattform submission-bluebio beim Sekretariat des ERA-NET BlueBio einzureichen. 

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme für das BMBF wurde der Projektträger Jülich beauftragt. Ansprechpartner sind Jella Kandziora (j.kandziora@fz-juelich.de) und Katerina Kotzia (k.kotzia@fz-juelich.de). Es wird empfohlen, sich vor der Bewerbung mit dem Projektträger in Verbindung zu setzen.

Ausführliche Informationen zu ERA-NET BlueBio COFUND und den beteiligten Partnern aus den anderen Ländern gibt es hier: https://bluebioeconomy.eu/ und hier http://jpi-oceans.eu

BMBF/bb

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