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07.09.2018

Bioökonomie in der Hightech-Strategie 2025

Die Bundesregierung hat die Hightech-Strategie 2025 beschlossen. Auch die Bioökonomie hat ihren Platz in der strategischen Neuausrichtung der Forschungs- und Innovationsförderung.

Die neue Auflage der Hightech-Strategie enthält auch viele Aspekte, die für die Bioökonomie relevant sind.
Quelle: 
Cezary Piwowarski - wikipedia / ©cc-by-sa

Die neue Hightech-Strategie 2025 (HTS 2025) ist da: Der strategische „Leitfaden“ für die Forschungs- und Innovationsförderung der Bundesregierung für die kommenden Jahre wurde am 5. September vom Bundeskabinett beschlossen. Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist es, mit der Hightech-Strategie Wissen zur Wirkung zu bringen: Forschung und Innovationen sollen vorangetrieben werden, um Wohlstand, eine nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität in Deutschland zu mehren. „Mit der neuen Hightech-Strategie 2025 wollen wir den Menschen Orientierung geben, neue Perspektiven aufzeigen und Mut und Lust auf Zukunft machen. Ich bin überzeugt, dass wir mit kluger Forschungsförderung und wirkungsvollen Innovationen die Herausforderungen bewältigen und unser Leben verbessern können“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Zwölf Missionen definiert

Mit der Hightech-Strategie werden ressortübergreifend Ziele, Schwerpunkte und Meilensteine der künftigen Forschungs- und Innovationspolitik in Deutschland definiert. Sie richtet sich an drei großen Handlungsfeldern aus: gesellschaftliche Herausforderungen, Deutschlands Zukunftskompetenzen und eine offene Innovations- und Wagniskultur. Die Forschungsförderung soll insbesondere an Aspekten ausgerichtet werden, die für die Gesellschaft besonders relevant sind. Hierzu werden zwölf Missionen definiert.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Themenkomplex „Nachhaltigkeit, Klima und Energie“. Hier wird die Bioökonomie als Beitrag zum Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele und der Klimaschutzziele sowie als Innovationstreiber explizit hervorgehoben. Demnach soll durch die Förderung der Bioökonomie der angestoßene industrielle Strukturwandel hin zu einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaftsweise weiter ausgebaut werden. „Ziel ist es, die gesamte Bandbreite biobasierter Verfahrensweisen industriell zu nutzen. Dazu werden wir die erkenntnisgetriebene Grundlagenforschung und die anwendungsnahe Forschung stärken sowie mit der Entwicklung von Zukunftstechnologien eine belastbare technologische Basis für die Bioökonomie realisieren“, heißt es in der HTS 2025.

Maßnahmen mit Bezug zur Bioökonomie

Es werden folgende Maßnahmen mit konkretem Bezug zur Bioökonomie angekündigt:

  • Mit der Weiterentwicklung der Nationalen Strategie Bioökonomie will die Bundesregierung biologisches Wissen und biotechnologische Verfahren in die Anwendung bringen, die anwendungsnahe Grundlagenforschung stärken und eine belastbare technologische Basis für die Bioökonomie schaffen (ab 2019).
  • Eine Dialogplattform Industrielle Bioökonomie soll frühzeitig den Dialog zwischen der Industrie und den gesellschaftlichen Akteuren über die Anforderungen an eine veränderte Rohstoffbasis initiieren (2018–2021).
  • Mit der ressortübergreifenden Agenda „Von der Biologie zur Innovation“ sollen biologisches Wissen sowie biotechnologische und bioinspirierte Verfahren noch stärker in alle Bereiche des alltäglichen Lebens und Wirtschaftens integriert werden. Dies verbessert die Lebensqualität und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, sichert Deutschland langfristig seine führende Position als Industrienation im globalen Wettbewerb und gibt der Umsetzung von Klima- und Entwicklungszielen einen spürbaren Schub (ab 2019). 
  • Die Bundesregierung wird eine Nationale Forschungsagenda zur stofflichen Nutzung von CO2 entwickeln. Es geht um ein besseres Systemverständnis von CO2-Kreisläufen, neue Technologien und Anwendungsfelder für die Nutzung von CO2 als Beitrag für die Bioökonomie (ab 2019).

Auch weitere Maßnahmen sind für Akteure in der Bioökonomie von Relevanz, wie etwa eine geplante Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen, eine Zukunftscluster-Initiative oder aber zahlreiche Formate für die Förderung von Innovationen im Mittelstand oder für Gründer. Auch die steuerliche Förderung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Unternehmen wird in der HTS 2025 thematisiert.

Positive Resonanz vom Bioökonomierat

Der Bioökonomierat als Beratungsgremium der Bundesregierung begrüßte den Stellenwert, der der Bioökonomie in der Hightech-Strategie 2025 eingeräumt wurde. „Es ist gut, dass die Bioökonomie in der Hightech-Strategie jetzt so breit verankert ist und das ist auch der angemessene Rahmen für die Weiterentwicklung der Nationalen Bioökonomiestrategie“, so Joachim von Braun, Ko-Vorsitzender des Bioökonomierates, in einem Statement. „Die neue Strategie erfordert Forschungs- und Innovationsinvestitionen, die das Engagement der vergangenen fünf Jahre übersteigt, denn Deutschland hat in der Bioökonomie eine international führende Position zu verteidigen.“ 

F&E-Ausgaben auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigern

Mit der ersten Auflage der Hightech-Strategie im Jahr 2006 hat die Bundesregierung erstmals die Schwerpunkte der Forschungs- und Innovationspolitik für die Zukunft festgeschrieben. In der Folgezeit wurde der Leitfaden den neuen Entwicklungen angepasst, zuletzt 2014. 15 Mrd. Euro hat die Bundesregierung allein 2018 für Investitionen im Rahmen der Hightech-Strategie ausgegeben. Die bisherige Forschungs-und Innovationsleitlinie trug dazu bei, dass Deutschland als eines der wenigen EU-Länder das 3-Prozent-Ziel der Strategie Europa 2020 vorzeitig nahezu erreichen konnte. Um Deutschland als Forschungs- und Innovationsstandort weiter voranzubringen, will die Bundesregierung bis 2025 die Ausgaben in Forschung und Entwicklung auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigern. 

bb/pg

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