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25.09.2017

Bier kann glücklich machen

Gibt es Lebensmittel die glücklich machen? Forscher untersuchten dazu 13.000 Lebensmittelinhaltsstoffe und fanden Hordenin: eine Substanz, die im Bier vorkommt.

Der im Bier enthaltene Inhaltsstoff Hordenin kann das Belohnungszentrum aktivieren.
Quelle: 
Wikipedia, Creatic Commons, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Manche Lebensmittel können glücklich machen. Schokolade beispielsweise hat diesen Ruf. Sie enthält die Aminosäure Tryptophan, aus der das Glückshormon Serotonin im Hirn gebildet wird. Auch mancher Leckerei wird ein gewisses Suchtpotenzial zugesprochen, weil man gerne weiter isst, obwohl man bereits satt ist. Forscher bezeichnen dieses Phänomen als hedonische Nahrungsaufnahme. Auslöser für das gute Gefühl ist hier der Neurotransmitter Dopamin. Das Prinzip: Beim Essen werden Gehirnareale des Belohnungszentrums aktiviert, in denen der Dopamin-D2-Rezeptor zu finden ist.

Virtuelles Wirkstoff-Screening am Computer

Lebensmittelchemiker der Friedrich-Alexander Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg haben gemeinsam mit Kollegen des Computer-Chemie-Centrums der FAU nach speziellen Inhaltsstoffen in Lebensmitteln gesucht, die – analog zum körpereigenen Dopamin – den Dopamin-D2-Rezeptor im Belohnungszentrum aktivieren. Basis der Untersuchung bildete eine Datenbank mit insgesamt 13.000 in Lebensmitteln vorkommenden Molekülen. Diese wurden am Computer einem sogenannten virtuellen Screening unterzogen. Dabei wurde berechnet, welche Moleküle wahrscheinlich mit dem Dopamin-D2-Rezeptor interagieren können. Von den 13.000 Molekülen hatten demnach nur 17 Moleküle ein solches Potenzial, wie die Forscher im Fachjournal „Scientific Report“ berichten.

Bierinhaltsstoff überzeugt im Test

Diese 17 vielversprechenden Inhaltsstoffe wurden dann im Labor mittels Hochdruckflüssigkeitschromatographie (HPLC) und Massenspektrometrie genauer untersucht. Das Ergebnis: Den ersten Platz unter den Auserwählten belegte der Inhaltsstoff Hordenin, der in Gerstenmalz und Bier zu finden ist. „Es ist schon überraschend, dass – ohne dass wir speziell in der Gruppe der Genussmittel gesucht haben – ein Inhaltsstoff von Bier zur Aktivierung des Dopamin-D2-Rezeptors führt“, sagt Lebensmittelchemikerin Monika Pischetsrieder. Ähnlich wie Dopamin aktiviert Hordenin zwar den Dopamin-D2-Rezeptor, aber über einen anderen Signalweg. Der Studie zufolge aktiviert Hordenin diesen Rezeptor über sogenannte G-Proteine statt mit dem Neurotransmitter. Diese alternative Aktivierung könnte zu einem nachhaltigeren Effekt auf das Belohnungszentrum führen.

Derzeit klären die Forscher ab, ob die im Bier enthaltene Menge tatsächlich für eine spürbare Beeinflussung des Belohnungszentrums ausreicht. Erste Ergebnisse deuten aber schon jetzt darauf hin, dass Hordenin zum stimmungssteigernden Effekt von Bier beitragen könnte.

bb

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