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29.11.2019

Bambus-Geschirr: Vorsicht bei Hitze!

Nicht jeder Kaffee-to-go-Becher aus Bambus ist für Heißes geeignet: Mit Kunstharz erzeugte Produkte setzen toxische Stoffe frei, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Geschirr aus Bambusfasern ist eine Alternative zu Kunststoff-Geschirr.
Quelle: 
BIOCOM AG/bb

Produkte aus Bambus gelten als ressourcenschonend und nachhaltig. Tassen, Teller, Besteck, Geschirr oder Trinkhalme werden bereits heute aus den verholzten Sprossachsen oder Fasern der Pflanze hergestellt und sind im Handel erhältlich. Gerade im Hinblick auf das bevorstehende europaweite Verbot von Einwegplastik gewinnen Alternativen zu herkömmlichen Kunststoffen an Bedeutung. „Aus gesundheitlicher Sicht sind diese Produkte jedoch nicht in jedem Fall für die Verwendung als Geschirr geeignet“, mahnt jetzt der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel.

Gesundheitsrisiko bei MFH-Geschirr – auch Bambustassen betroffen

Der Grund: Einige als Bambusware deklarierte Produkte enthalten Melamin-Formaldehyd-Harz (MFH). Kommt das Kunstharz mit höheren Temperaturen in Verbindung, können Melamin und Formaldehyd aus dem Geschirr in heiße Lebensmittel übergehen – und zwar in Mengen, die gesundheitsgefährdend sind. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Risikobewertung durch das BfR. Für die toxikologische Einschätzung  wurden Daten der Landesüberwachungsbehörden von 2014 bis 2019 sowie eigene Ergebnisse des BfR zur Freisetzung von Melamin und Formaldehyd verwendet.

Gefahr nur bei heißen Lebensmitteln

Zur Bewertung eines möglichen Gesundheitsrisikos wurde die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) bestimmt und mit sogenannten duldbaren Tagesdosen verglichen. Das Ergebnis: Die Formaldehydfreisetzung hat bei einigen „Bambusware“-Bechern den TDI um das 30-fache für Erwachsene überschritten. Für Kleinkinder wurde das verträgliche Maß sogar um das 120-fache überschritten. Das BFR warnt daher: Für Erwachsene und Kinder, die täglich aus solchen Mehrwegbechern heiße Speisen und Getränke zu sich nehmen, besteht ein gesundheitliches Risiko.

Heißes greift auch Kunststoff an

Geschirr aus MFH ist aber noch aus einem anderen Grund für Heißes ungeeignet. Neben der Freisetzung von Formaldehyd und Melamin zeigten Langzeittests des BfR, dass dabei auch der Kunststoff angegriffen wird.  So würden sich aus dem Bambusgeschirr noch größere Mengen an Melanin und Formaldehyd lösen als aus herkömmlichen Melaminharz-Bechern.

Für kalte oder lauwarme Lebensmittel sei Geschirr aus MFH, also auch Bambusgeschirr, jedoch sehr gut geeignet, betont das Bundesinstitut. Zugleich stellt die Behörde klar: Auch wenn Bambus ein natürlicher Stoff ist: Bambusware, die das Kunstharz enthält, ist nicht mehr biologisch abbaubar.

bb

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