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05.06.2014

500 Experten diskutieren über Bioökonomie

Wie sich Wirtschaftwachstum und Nachhaltigkeit miteinander verbinden lassen, darüber haben mehr als 500 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik bei der "Halbzeitkonferenz Bioökonomie" in Berlin diskutiert.

Wie lässt sich Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit verbinden - hierüber diskutieren Experten auf der Halbzeitkonferenz Bioökonomie am 5. Juni in Berlin.
Wie lässt sich Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit verbinden - hierüber diskutieren Experten auf der Halbzeitkonferenz Bioökono

Mit der „Halbzeitkonferenz Bioökonomie“, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung am 5. Juni im ewerk in Berlin veranstaltet hat, zog die Regierung eine erste Bilanz der Ende 2010 gestarteten „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka nutzte die Gelegenheit, den  Aktionsplan „Wegweiser Bioökonomie“ vorzustellen, der die künftigen Förderleitlinien der nächsten drei Jahre darlegt. In der Ausstellung „Bioökonomie im Alltag“ wurden mehr als 40 Produkte gezeigt, die schon heute biobasiert hergestellt werden.

Es ist die größte Konferenz zur Bioökonomie in Deutschland, die Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenbringt, um über die aktuellen Herausforderungen und künftigen Perspektiven einer biobasierten Wirtschaft zu diskutieren. Welche wirtschaftliche Perspektive bietet die Bioökonomie für Unternehmen unterschiedlicher Branchen? Was bringt die Bioökonomie mit Blick auf den Klima- und Umweltschutz? Was können technologische Innovationen leisten? Kurzum: Wie lassen sich Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit verbinden? Und wie ist Deutschland – auch im internationalen Vergleich – positioniert?

Wanka: "Bioökonomie muss an Fahrt gewinnen"

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskusionen, Projektpräsentationen und Workshops. Die anwesenden Regierungsvertreter zogen zu Beginn eine positive Bilanz des bisher Erreichten. „Mit unserer Forschungsstrategie haben wir gezeigt, dass es möglich ist, viele Produkte mit erneuerbaren Ressourcen herzustellen“, sagte Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF), auch mit Blick auf die Ausstellung „Bioökonomie im Alltag“, die begleitend zur Konferenz die Bandbreite der schon heute im Markt verfügbaren biobasierten Produkte aufzeigt. Forschungs- und Entwicklungsarbeiten hätten hierbei vielfach die Basis geschaffen, betonte Wanka. Mit der ressortübergreifenden "Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030", die nach drei Jahren Laufzeit die Hälfte ihrer Laufzeit hinter sicher hat, sieht sie zwar den richtigen Rahmen gesetzt. Dennoch müsse die Bioökonomie noch mehr an Fahrt gewinnen. „Die Bioökonomie geht uns alle an. Für die nächsten Jahre gilt es, den bereits begonnenen Wandel in Richtung nachhaltige Wirtschaftsweise zu beschleunigen und in der Breite zu verankern.“ Hierfür legte das BMBF neue Förderleitlinien in einem „Wegweiser Bioökonomie“ vor (Mehr Informationen: ). Sozioökonomie, gesellschaftlicher Dialog und neue Rahmenbedingungen für Innovationsbündnisse sollen künftig mehr Gewicht erhalten.

Prämierung fünfter Allianz "Innovationsinitiative Industrielle Biotechnologie"

Gleichzeitig wurde mit der Allianz unter Federführung von Sartorius ein weiteres Konsortium vorgestellt, das mit Unterstützung des BMBF im Rahmen der "Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie" den Ausbau der biobasierten Wirtschaft vorantreiben soll. BMBF-Staatssekretär Thomas Rachel prämierte Sartorius-Forschungschef Oscar-Werner Reif auf der Konferenz stellvertretend für alle rund 20 beteiligten Partner der Allianz.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt betonte in diesem Zusammenhang auch die Nationale Politikstrategie Bioökonomie, die sein Haus federführend im Sommer 2013 veröffentlicht hatte. „Die Bioökonomie verknüpft wie kein anderes Thema die ländlichen Räume und die Land- und Forstwirtschaft mit den Schwerpunkten der politischen Agenda der Bundesregierung“, so Schmidt. „Die erfolgreiche Fortführung der Energiewende, die Sicherung der Rohstoffversorgung unserer Wirtschaft, der Klima- und Naturschutz und nicht zuletzt die Verantwortung, eine wachsende Bevölkerung mit ausreichender und gesunder Nahrung zu versorgen – die Bewältigung dieser Schlüsselaufgaben ist ohne die biobasierte Wirtschaft nicht denkbar.“

Bioökonomierat begrüßt Wegweiser Bioökonomie 

Der Bioökonomierat begrüßte die Pläne der Bundesregierung für die weitere Ausgestaltung der Nationalen Forschungsstrategie, mahnte jedoch in einem Strategiepapier an, eine Balance zwischen Klima- und Umweltzielen sowie Ausbauzielen der Wirtschaft zu wahren. Hierfür sei eine „richtige dosierte“, langfristig orientierte und koordinierte Politik nötig, welche die Bereiche Bildung, Forschung, Wirtschaft, Konsum, internationale Zusammenarbeit, Infrastruktur und Umwelt einbezieht, so das Expertengremium. „Im Wegweiser werden wichtige Instrumente auf dem „richtigen“ Weg in die Bioökonomie formuliert. Sie decken sich mit Empfehlungen des Bioökonomierates“, kommentierte Christine Lang, Vorsitzende des Rates. Nun müssten auch entsprechende Taten folgen. „Investition in bioökonomische Innovation bleibt zentral in der Umsetzung. Dazu bedarf es jedoch vermehrter ressortübergreifend abgestimmter Maßnahmen und auch Koordination mit den Ländern“, so Joachim von Braun, Vorsitzender des Rates. 

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