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27.04.2016

Was ist Bioökonomie?

Bioökonomie - damit ist eine moderne und nachhaltige Form des Wirtschaftens gemeint, die auf der effizienten Nutzung von biologischen Ressourcen wie Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen basiert. Zur biobasierten Wirtschaft tragen alle Branchen bei, die biologische Ressourcen produzieren, verarbeiten oder in irgendeiner Form nutzen.

Unter Bioökonomie ist eine moderne und nachhaltige Form des Wirtschaftens gefasst, die auf der effizienten Nutzung von biologischen Ressourcen wie Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen basiert. Um dies zu ermöglichen, sind hochinnovative Nutzungsansätze notwendig.

Die Bioökonomie erstreckt sich über alle industriellen und wirtschaftlichen Sektoren, die erneuerbare biologische Ressourcen zur Herstellung von Produkten und zur Bereitstellung von Dienstleistungen unter Anwendung innovativer biologischer und technologischer Kenntnisse und Verfahren nutzen. Dazu zählen alle Branchen, die biologische Ressourcen produzieren,
be- und verarbeiten oder in irgendeiner Form nutzen, wie die Land- und Forstwirtschaft, die Energiewirtschaft, Fischerei- und Aquakultur, Chemie und Pharmazie, Nahrungsmittel-industrie, die industrielle Biotechnologie, Kosmetik-, Papier- und Textilindustrie sowie Umweltschutz.

 

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Weltwirtschaft im Wandel

Heutzutage sind viele Produkte des alltäglichen Bedarfs erdölbasiert, für die chemische Industrie und ihre Abnehmer stellt Erdöl die wichtigste Rohstoff- und Energiequelle dar.

Doch stößt die aktuelle Wirtschaftsweise zunehmend an ihre Grenzen. Die wirtschaftlichen Abhängigkeiten zwischen Ländern mit großen Rohstoffreserven und Ländern, die nicht über solche Vorkommen verfügen, haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und immer wieder zu politischen Spannungen geführt. Die Nutzung fossiler Rohstoffe wie Erdöl, Kohle und Gas stellt zudem eine erhebliche Belastung für Klima und Umwelt dar. Unter Experten ist unstrittig, dass die derzeitige Wirtschaftsweise und unsere Konsummuster für einen großen Teil der Treibhausgas-Emissionen und damit für aktuelle, globale Klimaprobleme verantwortlich sind. Wenn innerhalb der nächsten Jahre erhebliche Anstrengungen unternommen und entscheidende Veränderungen vorgenommen werden, gebe es noch Chancen, die Erderwärmung in den Griff zu bekommen, so die aktuelle Einschätzung des Weltklimarates. Der Handlungsbedarf ist auch mitten in Europa spürbar. Denn längst sind nicht mehr nur ferne Inseln oder Meere betroffen. Seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881 ist es in Deutschland im Mittel um 1,2 Grad wärmer geworden.

Aber nicht nur die klimatischen Bedingungen werden zu einer Herausforderung. Auch die Weltbevölkerung steigt stark an. Allein im Jahr 2013 ist die Gesamtzahl der Menschen auf der Welt so stark gewachsen wie Deutschland insgesamt Einwohner hat. Für das Jahr 2050 werden mehr als neun Milliarden Menschen auf der Erde erwartet. Eine noch ungelöste Frage wird sein: Wie lassen sich neun Milliarden Menschen ernähren, ohne weiteren Raubbau an der Natur zu betreiben? Der mittlerweile auch in vielen Schwellenländern wachsende Wohlstand führt zudem zu einer steigenden, weltweiten Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, etwa nach Energie, Infrastrukturen und Leistungen der Gesundheitsversorgung. Die Welt des 21. Jahrhunderts steht vor einer zentralen Herausforderung: Wie kann eine Weltwirtschaft nachhaltig wachsen? Wie lassen sich Ökonomie und Ökologie verbinden?  Einen wesentlichen Beitrag zur Lösung dieser Fragen kann die Bioökonomie leisten. Sie verknüpft Ökonomie und Ökologie auf intelligente Art und Weise und ermöglicht damit biobasiertes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

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Gefragt: Nachhaltiges Wirtschaftswachstum

Um nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erreichen, greift die Bioökonomie zwei wesentliche Prinzipien auf: Sie setzt auf nachhaltig erzeugte, nachwachsende Rohstoffe und auf biobasierte Innovationen. Bereits seit der industriellen Revolution haben Innovationen in den Natur- und Technikwissenschaften einen entscheidenden Beitrag für Wohlstand und Wachstum geleistet. Vor allem rohstoffarme Länder wie Deutschland sind darauf angewiesen, vorhandenes Wissen und Exzellenz für erneuerbare Rohstoffe, für neue Produkte und Dienstleistungen, für innovationsgetriebenes Wirtschaftswachstum zu nutzen. Nun gilt es, die Innovations- und Investitionskraft auch für den erforderlichen Wandel des Wirtschaftssystems in Richtung Nachhaltigkeit zu nutzen. 

Die Bioökonomie berührt dabei eine Vielzahl von Branchen wie Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Fischerei und Aquakulturen, Pflanzenzüchtung, Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie die Holz-, Papier-, Leder-, Textil-, Chemie- und Pharmaindustrie bis hin zu Teilen der Energiewirtschaft. Biobasierte Innovationen geben auch Wachstumsimpulse für weitere traditionelle Sektoren, beispielsweise im Rohstoff- und Lebensmittelhandel, in der IT-Branche, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobilindustrie sowie in der Umwelttechnologie.

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Bioökonomie in Deutschland

Deutschland nimmt bei der Bioökonomie eine internationale Spitzenstellung ein. Als eines der ersten Länder hat Deutschland Ende 2010 eine auf sechs Jahre angelegte, ressortübergreifende „Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ veröffentlicht (mehr...) und damit hierzulande erstmals konkrete Weichen für einen biobasierten Wandel von Industrie und Gesellschaft gestellt. Darüber hinaus wurde 2013 eine "Nationale Politikstrategie Bioökonomie" (mehr...) vom Bundeskabinett verabschiedet, um alle Regierungsaktivitäten zur Bioökonomie über alle Ministerien hinweg abzustimmen. 

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