Brandenburg

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Brandenburg umschließt das Bundesland Berlin. Mit Berlin und Potsdam im Zentrum und wirtschaftlich wichtigen Forschungs- und Industriestandorten im Umland haben sich länderübergreifende Fördermaßnahmen als sinnvoll erwiesen. Darüber hinaus bietet Brandenburg mit untereinander vernetzten Forschungszentren und Industriestandorten ideale Voraussetzungen für die Bioökonomie-Forschung. Brandenburgs Potenzial ist groß und sollte in Zukunft deshalb auch noch besser sichtbar werden.

Politische Grundlagen

Im Jahr 2011 ist eine „Potenzialanalyse zur regionalen Bioökonomie in Berlin und Brandenburg“ durchgeführt worden. Seit dieser Zeit verfügen die beiden Bundesländer Brandenburg und Berlin mit der innoBB auch über eine gemeinsame Strategie zur Förderung verschiedener Wirtschaftszweige. So wird beispielsweise in dem länderübergreifenden Cluster zur Gesundheitswirtschaft/Life Science zu vielen Biotechnologie- und Bioökonomie-Themen geforscht (s. dazu auch das Dossier: Bioökonomie in Berlin). Neben den fünf länderübergreifenden Clustern mit Berlin fokussiert sich die landeseigene Förderung zur Bioökonomie vor allem auf drei Zentren zu Ernährungswirtschaft, Kunststoffe/Chemie und Metall. Sie werden von der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB, vormals ZukunftsAgentur) verwaltet.

Im Cluster Kunststoffe und Chemie wird die wertschöpfende stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe und biologischer Reststoffe gefördert. Auf der Kooperationsbörse des Clusters wird aktiv und öffentlich nach spezialisierten Partnern für Projekte gesucht und die Vernetzung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen gefördert. Kooperationsverbünde mit überregionalen Netzwerken aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind ein weiteres Zeil des Clusters.

Auch mit dem Cluster Ernährungswirtschaft Brandenburg wird die Bioökonomie in Brandenburg gefördert. Es sollen regionale Wertschöpfungsketten verbessert, innovative Produkte und Verfahren entwickelt und die Bevölkerung für die bewusste und gesunde Ernährung sensibilisiert werden. Das Regionalimage soll zusätzlich gestärkt werden, um dadurch regionaler Produkte noch attraktiver zu machen.

Kernanliegen der Energiestrategie 2030 des Landes Brandenburg sind der weitere Ausbau Erneuerbarer Energien, die Steigerung der Energieeffizienz sowie die drastische Senkung der CO2-Emissionen. Grundaussagen zur stofflichen und energetischen Nutzung von Biomasse sind in der Biomassestrategie des Landes Brandenburg von 2010 enthalten.

Im Rahmen der 2013 formulierten Hochschulentwicklungsplanung 2025 soll in Brandenburg das Lehrangebot auf dem Gebiet der nachhaltigen Landnutzung und der Bioökonomie geprüft und ausgebaut werden. Im Zentrum des Interesses stehen dabei der Kreislaufgedanke und Möglichkeiten zur Kaskadennutzung. Dies war auch Thema der zweiten „Biobased Economy Conference“ 2017 in Potsdam. Mit dieser und weiteren Konferenzen wird der Dialog zur Bioökonomie gefördert.

Forschungslandschaft

Brandenburg verfügt über fünf Universitäten, neun Fachhochschulen und weitere außeruniversitäre Forschungsinstitutionen, der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) und der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Davon forschen mehrere Einrichtungen zu bioökonomischen Themen beispielsweise das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) in Potsdam. Neben den Standorten in Potsdam und Berlin sind auch die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) und die Technische Hochschule Wildau (TH Wildau) wichtige Bioökonomie-Forschungszentren.

Um vorhandenes Wissen und die Ressourcen zu bündeln wurde die Initiative Innovationszentrum Bioplastics Lausitz im Süden des Landes Brandenburg vom des Kunststoff-Verbund Brandenburg Berlin (KuVBB), dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam-Golm, der BASF Schwarzheide GmbH und der Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH gegründet. Die Initiative wurde zusätzlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Vom Innovationszentrum Bioplastics wurde ein „Innovationsforum“ gegründet. Dadurch werden Forschung und Technologieentwicklung stärker vernetzt und Forschungseinrichtungen, Produzenten und Anwender arbeiten gemeinsam an der Herstellung von Biopolymeren und biobasierten Kunststoffen. Neben den Kooperationen mit Berlin bestehen auch überregionale Forschungskooperationen mit Institutionen anderer Bundesländer. So arbeiten beispielsweise das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie Potsdam und das Max-Planck-Institut für Biochemie in Jena zusammen, um Schnittholz aus Obst- und Weinbau als Energiequelle besser nutzbar zu machen.