Realistische Wetter-Szenarien für eine krisenfeste Landwirtschaft
Der LocalWeatherSampler kombiniert historische Wetterdaten mit prognostizierten Klimatrends und erzeugt realistische Szenarien für Trockenheit, Regenperioden und Temperaturverläufe – ein neues Werkzeug für Forschung und nachhaltige Planung in der Landwirtschaft.
Ein Projektteam des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung hat ein neues Werkzeug entwickelt, das Landwirtschaft und Forschung hilft, Wetterextreme besser zu verstehen und die Folgen des Klimawandels für Böden und Pflanzen abzuschätzen. Der LocalWeatherSampler nutzt historische Wetterdaten, um realistische Szenarien für die kommenden Jahrzehnte zu erstellen. Anders als klassische Klimamodelle, die oft nur Durchschnittswerte liefern, kann das neue Tool gezielt Trocken- oder Feuchteszenarien simulieren und zugleich prognostizierte Temperaturtrends berücksichtigen. So lassen sich nicht nur extreme Dürreperioden, sondern auch besonders nasse Jahre realistisch darstellen.
Wie der LocalWeatherSampler präzise Szenarien liefert
Jahre mit besonders viel oder wenig Niederschlag werden statistisch analysiert und dann für die Simulation zukünftiger Szenarien ausgewählt. Die Temperaturwerte werden dabei an die prognostizierten Klimaszenarien angepasst. Das Ergebnis sind Wetterverläufe, die die Abfolge von Regen- und Trockenperioden sowie die Temperaturentwicklung realistisch abbilden. Das Verfahren eignet sich besonders für Modelle, die Bodenfunktionen, Erträge oder Nährstoffkreisläufe simulieren. Ein praktisches Beispiel ist das Online-Tool BODIUM 4 FARMERS, das konkrete Hinweise zu Klimarisiken liefert und bei der Planung von Fruchtfolgen oder Bodenmanagementstrategien unterstützt.
BonaRes: Forschung für widerstandsfähige Böden
Die Entwicklung des LocalWeatherSampler ist Teil des vom Bundesforschungsministerium geförderten Programms BonaRes. Ziel ist es, Böden als nachhaltige Ressource für die Bioökonomie zu stärken. Mit dem Tool eröffnet sich die Möglichkeit, angepasste Anbaupläne, Fruchtfolgen oder Bodenmanagementstrategien schon heute zu testen und die Landwirtschaft krisenfester zu machen. Auch für die Forschung bedeutet dies einen Schritt nach vorn: Langfristige, wetterabhängige Prozesse lassen sich erstmals zuverlässig simulieren und für die Bioökonomie nutzbar machen.
hb