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23.10.2018

Wurzelextrakt hält Würmer jung

Hallenser Forscher liefern den Beweis, dass ein Extrakt aus der Wurzel des Vielblütigen Knöterichs Würmer länger leben lässt und sie vor schädlichen Sauerstoffradikalen schützt. 

Extrakte aus dem Vielblütigen Knöterich werden seit langem in der traditionellen chinesischen Medizin  eingesetzt.
Extrakte aus dem Vielblütigen Knöterich werden seit langem in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt.
Quelle: 
Wikipedia CC BY-SA 3.0

Der Traum von der ewigen Jugend ist uralt und für Wissenschaftler von jeher ein spannendes Feld. Dabei geraten zunehmend auch Heilpflanzen in den Fokus der Forscher. Ernährungswissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) haben mit dem Vielblütigen Knöterich nun eine Pflanze unter die Lupe genommen, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin fest etabliert ist und auch hierzulande für Nahrungsergänzungsmittel genutzt wird.

Extrakte und Pulver aus der Wurzel der Kletterpflanze sollen nicht nur gesundheitsfördernd sein, sondern auch verjüngend wirken. Einen wissenschaftlichen Beweis dafür gab es bisher nicht. „Die meisten Studien konzentrierten sich nur auf den Hauptwirkstoff des Pflanzenextraktes. Tatsächlich besteht er aber aus vielen verschiedenen Stoffen, deren kombinierte Wirksamkeit dagegen noch nicht stark erforscht ist", sagt Wim Wätjen von der MLU, dessen Arbeitsgruppe sich seit Jahren mit den möglichen Wirkungen der Heilpflanze befasst.

Anti-Aging-Effekt der Heilpflanze im Visier

Gemeinsam mit seinen Hallenser Kollegen hat Wätjen daher untersucht, ob sich die vielfach angepriesenen Anti-Aging-Effekte der Heilpflanze nachweisen lassen. Die Wirkung testeten sie am Fadenwurm C. elegans, der häufig als Modellorganismus verwendet wird. „Die meisten bisherigen Studien haben die Wirkungen der Pflanze mit isolierten Zellen oder im Reagenzglas untersucht, wir wollten sie im lebenden Organismus untersuchen", erklärt Wätjen.

Extrakt lässt Fadenwurm länger leben 

Wie das Team im Fachjournal „Plants“ berichtet, verabreichte es den Würmern unterschiedliche Mengen des Extraktes. Für die höchste Konzentration von 1.000 Mikrogramm pro Milliliter konnten gleich mehrere Effekte beobachtet werden: Zum einen verlängerte sich die Lebenszeit des Fadenwurmes um knapp 19%, für die Fadenwürmer entspricht dies etwa drei Tage. Zum anderen zeigte sich, dass das Extrakt zwar die Überlebensrate der Würmer bei Hitze nicht verbesserte, die Bildung schädlicher Sauerstoffradikale aber minderte, so dass C. elegans besser vor erhöhtem oxidativem Stress geschützt war, der für den Alterungsprozess mitverantwortlich ist.

Verjüngungseffekt noch nicht auf Menschen übertragbar 

Weitere Tests zeigten auch, dass die Lebensdauer des Fadenwurmes durch das Extrakt nur dann verlängert wird, wenn alle Proteine des Organismus ordnungsgemäß funktionierten. Bei Würmern, deren Erbgut verändert war, sodass Proteine ausgeschaltet wurden, blieb der Anti-Aging-Effekt aus. Mit ihrer Studie liefern die Hallenser Forscher wichtige Hinweise, wie pflanzliche Inhaltsstoffe grundlegende Alterungsprozesse beeinflussen. Noch reichen diese aber nicht aus, um von einer ähnlichen Wirkung beim Menschen sprechen zu können. Als nächstes wollen die Forscher daher herausfinden, ob sich vergleichbare Effekte auch in anderen Lebewesen nachweisen lassen. 

bb

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