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27.11.2018

Mit KI zu neuen Reissorten

Das Internationale Reisforschungsinstitut IRRI und das Tübinger Biotech-Unternehmen Computomics wollen mithilfe Künstlicher Intelligenz neue resistente Reissorten identifizieren.

Verschiedene Reissorten
Die Vielfalt an Reissorten ist groß. Allein vom sogenannten Kulturreis Oryza sativa gibt es 120.000 Sorten.
Quelle: 
IRRI/Wikipedia / CC BY 2.0

Reis ist eine der wichtigsten Nutzpflanzen weltweit. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ernährt sich davon. Obwohl es eine Vielzahl von Reissorten gibt, hält nicht jede Pflanze dem Klimawandel stand. Vor allem in Asien, wo die Körner der Getreidepflanze von jeher ein Grundnahrungsmittel sind, sorgen Überschwemmungen zunehmend für Ernteverluste und bedrohen die Existenz der Reisbauern. Hier setzt die Arbeit des International Rice Research Institute (IRRI) an. Die Arbeit der auf den Philippinen ansässigen Forschungsorganisation der Vereinten Nationen zielt darauf ab, durch Forschung und Entwicklung die Situation von Reisbauern und Verbrauchern zu verbessern. Nun hat IRRI eine Partnerschaft mit dem Tübinger Biotechnologieunternehmen Computomics geschlossen, um neue verbesserte Reissorten zu entwickeln.

IRRI-Reiszüchtungsdaten mit KI analysieren

Das 2012 als Spin-off der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie gegründete Unternehmen bietet bioinformatische Datenanalysedienste für die Pflanzenzüchtung sowie Metagenomanalysen für den Pflanzenschutz an. Es setzt dabei auf Künstliche Intelligenz (KI), um das genetische Potenzial von Saatgut zu analysieren. „Die Züchter und Bioinformatiker des IRRI wissen, was sie aus ihren Daten herausholen möchten, und wir freuen uns, unsere Algorithmen einzusetzen, um das volle Potenzial dieser beeindruckenden Sammlung von Reiszüchtungsdaten auszuschöpfen“, sagt Sebastian Schultheiss, Geschäftsführer von Computomics.

Schnellere Entwicklung neuer Reissorten 

Mithilfe der KI-Tools sollen aus der IRRI-Datenbank jene Reissorten ausgewählt werden, deren genetisches Potenzial hinsichtlich Resistenz und Ertrag am vielversprechendsten für die Entwicklung neuer Sorten ist. „Diese Zusammenarbeit soll die Entwicklung dringend benötigter, verbesserter Reissorten beschleunigen, von denen nicht nur Reiszüchter, sondern letztendlich Landwirte und Verbraucher auf der ganzen Welt profitieren“, so der Leiter des IRRI-Technologietransfers, Remy Bitoun. Mithilfe der Tübinger Analysetechnik kann demnach der ohnehin lange Weg der Züchtung neuer Reissorten erheblich verkürzt werden.

bb

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