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15.02.2018

Hülsenfrüchte immer beliebter als Fleischersatz

Die Nachfrage nach Hülsenfrüchten ist in Europa deutlich gestiegen. Sie sind vor allem als Fleischersatz gefragt, belegt eine aktuelle Studie.

Europas Lebensmittelhersteller nutzen Hülsenfrüchte wieder häufiger.
Europas Lebensmittelhersteller nutzen Hülsenfrüchte wieder häufiger.
Quelle: 
Universität Hohenheim / Dorothea Elsner

Von Mitte 2013 bis Mitte 2017 sind weltweit 27.058 neue Produkte mit Körnerleguminosen wie Erbsen, Bohnen, Soja und Lupinen auf den Markt gekommen. Die höchste Wachstumsrate gab es in Europa, wo 2017 insgesamt 39% mehr Produkte im Angebot waren als noch 2013. Den größten Anteil daran hatten Fleischersatzprodukte, deren Zahl sich mehr als verfünffachte. Einer wachsenden Beliebtheit erfreuen sich insbesondere Kichererbsen und Linsen. Auch vegane und glutenfreie Produkte liegen voll im Trend. Zu diesen Ergebnissen kommt das europaweite Forschungsprojekt TRUE (TRansition paths to sUstainable legume-based systems in Europe), an dem von deutscher Seite die Universität Hohenheim beteiligt ist. Die Zahlen wurden anlässlich des „Welttags der Hülsenfrüchte“ am 10. Februar vorgestellt und stammen von PortugalFoods und der Universidade Católica Portuguesa, den portugiesischen Projektpartnern. Insgesamt 24 Partner aus elf Ländern arbeiten unter dem Dach von TRUE zusammen, die EU fördert das Projekt mit fünf Millionen Euro.

Deutschland beim Zuwachs auf Platz drei in Europa

„Spitzenreiter ist das Vereinigte Königreich, in dem 19% der neuen Produkte in Europa zu finden waren, gefolgt von Frankreich mit 14% und Deutschland mit 13%“, berichtet João Ferreira, Student am Institut der stellvertretenden TRUE-Koordinatorin Marta Vasconcelos an der Universidade Católica Portuguesa (UCP). Die Zeitspanne ihrer Untersuchung wählten die Forscher, um die Auswirkungen des Internationalen Jahres der Hülsenfrüchte zu erfassen. Dieses hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 2016 ausgerufen, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Vorteile von Hülsenfrüchten in Bezug auf Gesundheit, nachhaltige Entwicklung und Ernährungssicherheit zu schärfen. Fazit der Forscher: Die wachsenden Bedenken der Verbraucher in Bereichen wie Gesundheit und Umwelt ermutigten die Lebensmittelindustrie, ihre Produktentwicklung auf diese Interessen auszurichten.

Kichererbsen und vegane Produkte im Trend

Auf die einzelnen Sortimente heruntergebrochen zeigt sich das größte Wachstum bei Fleischersatzprodukten (+451%), aber auch Pasta-Produkte (+295%) und Snacks aus Bohnen (+128%) konnten überdurchschnittlich zulegen. Sortenbezogen weiteten Kichererbsen ihren Anteil um 47% am deutlichsten aus. Grüne Bohnen wurden zwar auch 2017 noch am meisten verarbeitet, doch ihr Gesamtanteil ist seit 2013 um 23% gesunken. Eine große Nachfrage erlebten vegane Angebote: Diese haben sich innerhalb der untersuchten vier Jahre verdoppelt (+196%), und auch die glutenfreien Produkte (+73%) legten ordentlich zu.

Mehr Forschung zu Ertragssicherheit nötig

Für die deutschen Projektpartner an der Universität Hohenheim zeigen die Ergebnisse ihrer portugiesischen Kollegen, „dass der Anbau der ökologisch sehr vorteilhaften Körnerleguminosen in Europa großes Potenzial hat“. Um die gesteigerte Nachfrage mit heimischen Rohstoffen zu decken, müsste er aber ausgeweitet werden. Im Weg stünden dem derzeit jedoch noch mangelnde Ertragssicherheit und Wirtschaftlichkeit, betont der Hohenheimer Agrarökonom Enno Bahrs. „Wir erforschen daher unter anderem, welche politischen Förderinstrumente hier greifen könnten.“ Beides wollen die Wissenschaftler durch weitere Forschung verbessern.

bl

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