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06.09.2019

Holzbau: Auftakt für Forschungscampus

Die Technische Universität Kaiserslautern errichtet derzeit einen neuen Holz-Campus. Seinen Eingang markiert nun ein Pavillon, der mit modernsten Holztechnologien konstruiert wurde.

Holz Pavillon KL
Der Pavillon mit Holzkuppel markiert den Eingang zum neuen Forschungscampus in Kaiserslautern.
Quelle: 
Koziel/TUK

Er ist ein imposantes Beispiel dafür, was der neue Holz-Forschungscampus der Technischen Universität Kaiserslautern künftig leisten soll: Dort wurde am 5. September der zwölf Meter durchmessende Holzpavillon eingeweiht, der künftig den Eingang des Forschungscampus markiert. 100 Quadratmeter überspannt die Pavillonkuppel. Wie alle anderen Teile des Bauwerks besteht sie aus Abfallholz und kommt komplett ohne Metall-Komponenten aus.

Aus Schnittabfällen zusammengepuzzelt

Das Holz stammt dabei aus Schnittabfällen der Brettsperrholzproduktion. Um diese Abfallstücke optimal zusammenzupuzzeln, setzten die Forscher um Architekt und Juniorprofessor Christoph Robeller eine spezielle Software ein. Sie berechnete, aus welchen Stücken sich die komplexen Gebäudeteile am besten zusammensetzen lassen. Dabei berücksichtigt das Programm verschiedene Faktoren wie etwa Statik, Geometrie und Fügung, die letztlich für die Stabilität eines Bauwerkes entscheidend sind. Eine Fräsmaschine setzte die Vorgaben dann um.

Holz-Pavillon
Quelle: 
Koziel/TUK

Der Anfang September eingeweihte Pavillon wurde komplett ohne Metallteile aus Holzschnittresten konstruiert.

„Wir wollten zeigen, was mit dem Material alles möglich ist“, erläutert Robeller. Er betont außerdem: „In seiner Art ist der Pavillon weltweit einzigartig.“ Das bezieht sich nicht nur auf die Herkunft des Holzes oder die Bauweise, die ohne Unterkonstruktion auskommt. Zusätzliches Merkmal des neuen Pavillons ist, dass alle seine Verbindungselemente aus Holz bestehen. Mehr als Klebstoff und Hammer waren nicht nötig, um die Holzkonstruktion fertigzustellen – Nägel oder Schrauben aus Metall kamen nicht zum Einsatz. Kuppeldächer mit einem Durchmesser von bis zu 30 Metern könnten nach Einschätzung der Forscher so konstruiert werden.

Neue Bauweisen, -techniken und -strukturen aus Holz

Auf dem neuen Holz-Forschungscampus soll ein Kompetenzzentrum für Holz entstehen, angesiedelt im Fachbereich Architektur. Neue Bauweisen, -techniken und -strukturen wollen die Wissenschaftler hier erarbeiten, damit Holz künftig eine größere Rolle im Bauwesen einnehmen kann. Holz muss in vielen Bereichen Beton, Zement und Stahl ablösen, da die bisherigen Bauweisen mit hohen Treibhausgasemissionen einher gehen und es unmöglich ist, auf diesem Weg das 1,5-Grad-Ziel für die Klimaerwärmung einzuhalten. Ein zentraler Baustein, um Holz umfangreicher nutzen zu können, wird der Einsatz digitaler Techniken sein.

In den kommenden Jahren soll der neue Holz-Forschungscampus um weitere Gebäude wachsen.

bl

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