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16.08.2019

Grüne Chemie aus afrikanischem Wildkraut

Eine deutsch-äthiopische Forschungskooperation möchte Katalysatoren entwickeln, um die fetten Öle aus den Samen der Vernonia galamensis nachhaltig zu nutzen.

Vernonia galamensis besitzt einen hohen Anteil von Ölen, die für die chemische Industrie wertvoll sind.
Vernonia galamensis besitzt einen hohen Anteil von Ölen, die für die chemische Industrie wertvoll sind.
Quelle: 
Dick Culbert/Wikimedia; CC-BY-2.0

Sie zählt zur Familie der Sonnenblumen, wächst in Afrika als Wildpflanze und gilt vielen als Unkraut: Vernonia galamensis. Doch die Pflanze, die am besten in der Äquatorialregion wächst, hat attraktive Eigenschaften: Ihre Samen weisen einen hohen Anteil an ungesättigten epoxidierten Fettsäuren auf, deren Anteil am Ölgehalt bei einigen in Äthiopien beheimateten Vertretern bis zu 80% betragen kann. Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr möchten aus diesem pflanzlichen Rohstoff nun besonderes „grüne“ Kunststoffe herstellen. Projektpartner ist die äthiopischen Universität Addis Ababa.

Katalysatoren für biologisch abbaubare Kunststoffe

„Wir planen wechselseitige Aufenthalte von Doktoranden und technischen Mitarbeitern an den jeweiligen Instituten, um so Kontakte aufzubauen und einen wissenschaftlichen und interkulturellen Austausch zu schaffen“, erläutert MPI-Direktor Walter Leitner einen wichtigen Zustznutzen. Wissenschaftlich muss das Team nicht bei Null anfangen, denn Vernoniaöl wird bereits zur Herstellung von Klebstoffen, Lacken und Farben genutzt. Die Forschungskooperation möchte nun Katalysatoren entwickeln, mit deren Hilfe aus dem Öl der Vernonia galamensis biologisch abbaubare Kunststoffe und Klebstoffe hergestellt werden können.

Potenzial für äthiopische Wirtschaft

„Wenn man nachweisen kann, dass sich aus dem vermeintlichen Unkraut nachhaltige Produkte herstellen lassen können, wäre das nicht nur ein Fortschritt auf dem Gebiet der grünen Chemie, sondern auch ein lukratives Exportprodukt für Äthiopien“, hofft Yonas Chebude, Leiter der Fakultät für Chemie in Addis Ababa. Obwohl es bereits eine große Nachfrage nach Vernoniaöl gibt, fehlt bislang jedoch ein kommerzieller Anbau in Äthiopien.

Privat finanziert

Zunächst ist das Projekt auf ein Jahr begrenzt und wird durch eine private Spenderin finanziert. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dieses vielversprechende Projekt zu unterstützen“, sagt sie. „Denn wenn sich alles umsetzen lässt wie geplant, wird wirklich vor Ort geforscht und produziert und das käme dem Land Äthiopien sehr zugute.“

bl

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