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08.03.2018

Brustimplantate mit Biotech-Spinnenseide

Der Medizintechnik-Hersteller Polytech beschichtet Brustimplantate mit biotechnologisch hergestellter Spinnenseide der Firma AMSilk. Nun werden die Produkte in einer Studie getestet.

Spinnenseide von AMSilk als Beschichtung von Brustimplantaten
Die Biotech-Spinnenseide eignet sich auch für eine besonders verträgliche Beschichtung von Brustimplantaten.
Quelle: 
AmSilk GmbH

Spinnenseide ist ein Naturstoff mit herausragenden Eigenschaften. Spinnenseide-Fäden sind hauchdünn aber extrem elastisch und zugleich so zugfest wie Stahl. Die Biotechnologie-Firma AMSilk GmbH aus Martinsried stellt das Material im Bioreaktor her: dafür wurden Bakterien zu winzigen Fabriken für das Spinnenseideprotein umfunktioniert. Mithilfe der Mikrobe Escherichia coli kann der begehrte Eiweißstoff in großen Mengen hergestellt werden. Das so gewonnene weiße Pulver kann zu verschiedenartigen Produkten verarbeitet werden, es lässt sich sogar zu Hightech-Fasern spinnen.

Erstmals Brustimplantat-Beschichtung aus Spinnenseide-Proteinen

Die Hochleistungsbiopolymere werden bereits in Textilien wie Sportschuhen aber auch in Kosmetikartikeln wie Nagellack eingesetzt. Wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften sind diese Spinnenseide-Proteine auch für den Einsatz in Medizinprodukten geeignet. So haben Biotechnologen erst kürzlich daraus Ersatzgewebe hergestellt, um infarktgeschädigte Herzmuskel zu heilen. Nun werden die ersten Silikon-Brustimplantate mit den Spinnenseiden-Proteinen beschichtet. Dafür kooperiert AMSilk mit dem in Dieburg bei Frankfurt ansässigen Implantathersteller Polytech Health & Aesthetics. „Durch die langjährige Partnerschaft mit den Fachleuten von Polytech haben wir ein neues, bahnbrechendes Medizinprodukt entwickelt. Die Polytech-Implantate sind Vorreiter und setzen als erste unsere Seidenbeschichtung ein“, sagt AMSilk-Geschäftsführer Jens Klein.

Internationale Studie zur Verträglichkeit gestartet

Gemeinsam mit dem Dieburger Unternehmen hat AMSilk nun die erste internationale klinische Studie zu den neuartigen Brustimplantaten gestartet. Nach ersten Studien an Patientinnen in Österreich wird die Sicherheitsprüfung damit auf weitere europäische Länder ausgedehnt. „Mit den neuen seidenbeschichteten Implantaten planen wir bei Polytech Health & Aesthetics, die hohen Standards hinsichtlich Sicherheit und Verträglichkeit unserer Produkte weiter zu steigern“, sagt deren Geschäftsführer Wolfgang Steimel.

Hohe Verträglichkeit der Seidenprotein-Beschichtung

Die Seidenprotein-Beschichtung wird hierbei auf die Silikonoberfläche der Brustimplantate aufgetragen und ist die Schnittstelle zu dem umliegenden Gewebe. Das Biomaterial hat den Vorteil, dass es vom Körper als natürliche Oberfläche anerkannt wird und somit zu einer verbesserten Biokompatibilität führt. Präklinische Studien haben bereits eine hohe Verträglichkeit der seidenbeschichteten Implantate ergeben. Amsilk und Polytech erwarten daher, dass dadurch die Seiden-Beschichtung auch der Heilungsprozess beschleunigt und postoperative Komplikationen reduziert werden können.

bb

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