Newsletter

Link versenden
21.10.2020

Bio-IT in der Hightech-Strategie verankern

Eine Analyse des Hightech-Forums zur Bio-IT zeigt, welches Potenzial in den Innovationen steckt – auch für die Bioökonomie. Das Gremium rät, das Thema auf die politische Agenda zu setzen.

In seinem Impulspapier “Bio-IT-Innovationen” unterstreicht das Hightech-Forum den politischen und gesellschaftlichen Handlungsbedarf im Bereich der Bio-IT.
Quelle: 
Gerd Altmann auf Pixabay

Biologisierung und Digitalisierung sind bekannte Treiber für den Wandel hin zu einer biobasierten und nachhaltigen Wirtschaft. Welches Innovationspotenzial die sogenannte Bio-IT mit sich bringt, hat das Hightech-Forum nun analysiert. In dem aktuellen Impulspapier „Bio-IT-Innovationen“ raten die Experten, das Thema Bio-IT auf die politische Agenda zu setzen und in der Hightech-Strategie als Kernbestandteil umzusetzen.

Mit Bio-IT-Innovationen Nachhaltigkeitsziele umsetzen

„Mit Bio-IT-Innovationen können wir wichtige Nachhaltigkeitsziele etwa im Bereich der Gesundheitsversorgung, der Ernährung, des Klimaschutzes und der Biodiversität mit ganz neuer Dynamik verfolgen. Deutschland kann hier eine international bedeutsame Rolle spielen, wenn es die Rahmenbedingungen für eine effiziente Innovationskette von der Idee bis zur Anwendung klug ausgestaltet“, so Christiane Woopen, Geschäftsführende Direktorin des Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (CERES), Universität zu Köln, und Sprecherin des Thementeams „Bio-IT Innovationen“ im Hightech-Forum. 

Großes Innovationspotenzial für die Bioökonomie

Die Analyse des Gremiums ergab, dass aus dem Zusammenwachsen von Biologie und Informationstechnologie „bahnbrechende“ Innovationen erwachsen, die Medizin, Land- und Ernährungswirtschaft sowie der industriellen Produktion ganz neue Möglichkeiten offerieren. Vor allem für stark wachsende Zukunftsmärkte wie die Bioökonomie gebe es enorme Innovationspotenziale, heißt es. Das betrifft beispielsweise neue Behandlungsmöglichkeiten in der personalisierten Medizin, aber auch die Entwicklung einer klimafreundlichen und effizienten Nahrungsmittelproduktion.

Bio-IT-Innovationen bieten aber auch Chancen für Biodiversitätsmonitoring und Artenschutz. In Echtzeit ermittelte Daten könnten hier über den Zustand der Umwelt erhoben und sofort analysiert werden und so ein zeitnahes Eingreifen ermöglichen. Ebenso groß sei das Marktpotenzial demnach für die New AgriFood Economy, die den Autoren zufolge als Schlüsselindustrie weite Teile der klassischen Lebensmittel- und Landwirtschaftsindustrie ablösen wird. Digitalisierung und Technologisierung des Lebensmittelsystems bieten hier die Möglichkeit, Auswirkungen großer Megatrends wie Urbanisierung, Bevölkerungswachstum und Klimawandel nachhaltig zu lösen, so die Autoren.

Bio-IT-Forschung stärken

Deutschland müsse sich bemühen, die Entwicklung der Technologien auf Augenhöhe und im Sinne einer verantwortlichen Forschung und Innovation mitzugestalten – vor allem angesichts der massiven Investitionen und des wachsenden Engagements großer Digitalkonzerne, heißt es in dem Impulspapier. Das Hightech-Forum empfiehlt daher, die Bio-IT-Forschung zu stärken und gemeinsam mit Gesellschaft und Wirtschaft in die Anwendung zu bringen. So soll ein neues Bio-IT-Forschungszentrum alle relevanten Fachkompetenzen deutschlandweit verbinden, um Forschung und Entwicklung auf internationalem Niveau voranzutreiben. Auch müssten Anreize für Ausgründungen und Hightech-Start-ups geschaffen werden.

Gesellschaft frühzeitig einbeziehen

Das Expertengremium schätzt, dass Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe nötig sind, um das neue Wissen aus der Forschung in die Unternehmen zu bringen. Damit Bio-IT-Innovationen allen dienen und auch sozial zu Innovationen werden, empfehlen die Experten die Gesellschaft in Form einer breiten Debatte frühzeitig miteinzubeziehen. Das Impulspapier „Bio-IT-Innovationen“ wird am 28. Oktober 2020 bei einem Treffen mit den Staatssekretären der Bundesressorts zur Hightech-Strategie 2025 vorgestellt.

Das Hightech-Forum besteht aus 20 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Die Experten geben der Bundesregierung regelmäßig Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Hightech-Strategie. Diese definiert ressortübergreifend Ziele, Schwerpunkte und Meilensteine der künftigen Forschungs- und Innovationspolitik in Deutschland und richtet sich an drei großen Handlungsfeldern aus: gesellschaftliche Herausforderungen, Deutschlands Zukunftskompetenzen und eine offene Innovations- und Wagniskultur.

bb

Back to top of page