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25.06.2019

Besseres Larvenfutter für Aquafarmen

Partner aus Forschung und Wirtschaft wollen das Überleben von Larven verbessern und damit auch Wildpopulationen schützen.

Die wachsende Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten gefährdet die weltweiten Bestände, viele Meere sind überfischt.
Die wachsende Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten gefährdet die weltweiten Bestände, viele Meere sind überfischt.
Quelle: 
Hans-Gerd Paulus/piclease

Zahlreiche Regionen der Weltmeere sind überfischt. Für so manche Fischart sagen Studien den Populationskollaps innerhalb der nächsten 30 Jahre vorher. Zugleich bilden Fisch und Meeresfrüchte in vielen Regionen das Hauptnahrungsmittel und auch anderswo ist die Nachfrage ungebrochen groß. Eine wachsende Bedeutung kommt deshalb Aquafarmen zu, in denen Fisch oder Meeresfrüchte gezüchtet werden. Doch die Effizienz der Aufzucht in Aquafarmen ist schlecht – was eine deutsche Forschungskooperation nun ändern will.

Bis zu 90% der Larven sterben

Das Leibniz-Zentrum für marine Tropenforschung in Bremen und das Biotech-Unternehmen BlueBioTech in Büsum forschen gemeinsam an einem verbesserten Larvenfutter. Denn in Aquakulturen sterben 60 bis 90 Prozent der Jungtiere während der Aufzucht. „Nicht nur aus der Perspektive des Tierschutzes wäre es gut, wenn weniger Larven in Aquakulturen sterben. Ausbrüten und Aufzucht der Larven kosten viel Energie und Rohstoffe“, erläutert Holger Wurl, Referent der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). „Wenn mehr Tiere überleben, können hier wichtige Ressourcen gespart werden.“ Die DBU unterstützt das Vorhaben daher mit rund 477.000 Euro und berät die Forschungspartner auch fachlich.

Besseres Futter für gesundes Wachstum

Der Ansatz, den die Wissenschaftler verfolgen, ist vom Grundgedanken her simpel: „In den kommenden drei Jahren wollen wir spezielles Larvenfutter auf der Basis nährstoffreichen Zooplanktons, also kleinster Meerestiere, entwickeln, das zusätzlich mit Algen angereichert wird“, schildert BlueBioTech-Geschäftsführer und Projektleiter Sebastian Lippemeier das Vorhaben. Dadurch sollen die Jungtiere alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge erhalten, sodass sie stark und gesund heranwachsen und weniger von ihnen frühzeitig sterben.

Entlastung von Wildbeständen

Eine erfolgreichere Larvenaufzucht würde noch auf eine zweite Weise die natürlichen Fischpopulationen entlasten: Bislang werden für Aquakulturen auch wilde Larvenbestände gefangen. Wäre die Verlustquote während der Aufzucht geringer, könnten Fischfarmen auf die Wildfänge teilweise oder sogar gänzlich verzichten.

bl

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