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21.09.2017

Bayer: Mikroben für nachhaltigen Ackerbau nutzen

Mit einer neuen Unternehmsgründung wollen Bayer und Gingko Bioworks die Landwirtschaft nachhaltiger gestalten. Dies soll mittels stickstofffixierenden Mikroben gelingen.

 

Das neue Unternehmen von Bayer und Gingko Bioworks will die Stickstoffbindung bei Nutztpflanzen mithilfe von Mikroben verbessern.
Bayer und Gingko Bioworks wollen die Stickstoffbindung bei Nutzpflanzen mithilfe von Mikroben verbessern.
Quelle: 
Pixabay

Hülsenfrüchte wie Erbsen und Soja sind dafür bekannt, dass sie eine Symbiose mit Wurzelbakterien pflegen, um an den kostbaren Nährstoff Stickstoff zu gelangen. Die integrierten Stickstofffabriken machen Leguminosen daher zu natürlichen Bodenverbesserern. Unter den Nutzpflanzen sind sie jedoch eine Ausnahme. Bei Getreide oder Mais greifen daher Landwirte meist zu Düngemitteln, um die Nährstoffversorgung zu verbessern.

Neues Unternehmen setzt auf pflanzliches Mikrobiom

Bayer will künftig mithilfe von Mikroben die Stickstoffbindung bei Nutzpflanzen ankurbeln und so einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft leisten. Dafür wird das Leverkusener Unternehmen seine Expertisen künftig mit dem US-Spezialisten für synthetische Biologie Gingko Bioworks bündeln und eine neue Firma gründen, die im Bereich des pflanzlichen Mikrobioms tätig sein wird. Wie Bayer verkündet, umfasst die Mitte September geschlossene Vereinbarung eine Serie-A-Investitionsrunde über 100 Mio. US-Dollar, die durch die Muttergesellschaften beider Firmen sowie Viking Global Investors LP getragen werden. Das neue Unternehmen wird vom Ginkgo-Standort im Bostoner Stadtteil Seaport aus operieren. Die Transaktion wird noch im Herbst dieses Jahres erwartet.

Synthetische Biologie für nachhaltige Landwirtschaft

„Der Einstieg in die Mikrobiom-Forschung ist Teil der Innovationsstrategie von Bayer. Wir bringen dieses Unternehmen an den Start, um auf Grundlage der neuesten Methoden der synthetischen Biologie zukunftsweisende landwirtschaftliche Produkte anbieten zu können“, erklärt Bayer-Vorstandsmitglied Kemal Malik, der im Konzern für Innovation verantwortlich ist. Das neue Unternehmen wird sich mit Technologien zur Verbesserung von pflanzenassoziierten Mikroorganismen befassen, wobei die Stickstofffixierung von besonderem Interesse sein wird. Im Fokus auch: eine Plattform für die Entwicklung in Pflanzen lebender Mikroorganismen, sogenannter endophytischer Mikroben, die auf flexible Weise neuartige agronomische Vorteile wie die Nährstoffbindung bedienen. „Je mehr wir über das im Boden vorkommende Mikrobiom lernen, umso eher können wir neue Wege entdecken, um Landwirten Mehrwert zu bieten und zu ihren biologischen – und damit nachhaltigeren – Ursprüngen zurückkehren“, erklärte Jason Kelly, Mitbegründer und CEO von Ginkgo Bioworks.

Produktion von Stickstoffdünger in Nutzpflanzen ermöglichen

Im Rahmen der neuen Partnerschaft wird das Bostoner Biotech-Unternehmen seine automatisierte Plattform für synthetische Biologie bereitstellen, die in Branchen wie Konsumgüter und Körperpflege, Gesundheit und Medizin sowie Lebensmittel und Landwirtschaft bereits Anwendung findet. Die dritte Generation der Anlage befindet sich noch im Bau, soll aber in dem neu gegründeten Unternehmen in Boston eingesetzt werden, um zukünftig Technologien für den Einsatz in der nachhaltigen Landwirtschaft zu entwickeln. Im Gegenzug erhält Gingko Bioworks exklusiven Zugriff auf die firmeneigenen Mikrobenstämme von Bayer sowie seine gesamte für die Entwicklung erforderliche Expertise. Zudem soll das neue Unternehmen eine eigene Forschungseinrichtung am Bostoner Stammsitz bekommen. „Die Nutzung des pflanzlichen Mikrobioms ist zweifelsohne eine der größten Herausforderungen für die nachhaltige Landwirtschaft. Es wird uns in die Lage versetzen, einen echten Sprung in der Pflanzenphysiologie zu erreichen: die Produktion von Stickstoffdünger direkt in der Pflanze“, so der Leiter des Bayer Life Science Centers Axel Bouchon.

bb

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