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02.10.2019

Auf dem Jobcenter gedeihen Obst und Gemüse

In Oberhausen hat in einem ins Gebäude integrierten Dachgewächshaus ein Vorzeigeprojekt der urbanen Landwirtschaft begonnen.

So sieht die Außenansicht des neuen Jobcenters in Oberhausen mit gebäudeintegriertem Dachgewächshaus aus - inklusive Forschungsbereich des Fraunhofer UMSICHT.
So sieht die Außenansicht des neuen Jobcenters in Oberhausen mit gebäudeintegriertem Dachgewächshaus aus - inklusive Forschungsbereich des Fraunhofer UMSICHT.
Quelle: 
Fraunhofer UMSICHT

Die Urbanisierung schreitet voran: Bis 2050 könnten 75% der Weltbevölkerung in Städten leben, schätzen die Vereinten Nationen. Doch um diese Menschen regional mit Lebensmitteln zu versorgen, fehlen die Anbauflächen. Das Fraunhofer UMSICHT-Institut in Oberhausen hat dazu das inFARMING-Konzept entwickelt, das die Landwirtschaft in die Stadt holt. Auf dem Dach des neuen Oberhausener Jobcenters wurde dieses Konzept jetzt in die Praxis umgesetzt.

1000 Quadratmeter Nutzfläche

Auf dem Dach des Neubaus befindet sich mit dem „ALTMARKTgarten“ ein ins Gebäude integriertes Gewächshaus mit 1.000 Quadratmetern Nutzfläche. Vier Klimazonen sind darin eingerichtet, in denen Obst und Gemüse unter optimierten Bedingungen wachsen können. Drei Zonen dienen der regionalen Lebensmittelversorgung, eine der Forschung. Der Anbau erfolgt in unterschiedlichen hydroponischen Systemen: Auf Ebbe-Flut-Tischen werden die Pflanzen zeitgesteuert mit nährstoffhaltigem Wasser geflutet. In UV-stabilen Growbags erfolgt die Versorgung mit dem nährstoffhaltigen Wasser per Tröpfchenbewässerung, überschüssiges Wasser wird rückgeführt. Und auf schwimmenden Kulturplatten können die dortigen Pflanzen direkt ins Wasser wurzeln.

Auf dem Ebbe-Flut-Tisch werden Pflanzen zeitgesteuert mit Wasser und Nährstoffen versorgt.
Quelle: 
Fraunhofer UMSICHT

Auf dem Ebbe-Flut-Tisch werden Pflanzen zeitgesteuert mit Wasser und Nährstoffen versorgt.

Effizienter Ressourceneinsatz

Die Anbauweise zeigt schon: Im Fokus des Konzepts steht der effiziente Ressourceneinsatz. Kein Wasser wird verschwendet, kein Grundwasser oder Boden wird belastet. Die Nährstoffe führt ein Düngerautomat individuell für die Pflanzen und Kultivierungssysteme optimiert zu.

Obendrein wird im Forschungsbereich das aufbereitete Grauwasser des Gebäudes zur Bewässerung weiterverwendet. Auch die Abwärme des Jobcenters wird dort genutzt, um den Pflanzen das richtige Klima zu bieten. „Wir untersuchen, inwieweit z. B. Wasserströme oder Abwärme aus dem Gebäude zur Versorgung der Pflanzen genutzt werden können“, erläutert Volkmar Keuter, Leiter der Abteilung Photonik und Umwelt am Fraunhofer UMSICHT. Auch die Wirkung unterschiedlicher Lichtszenarien testen die Forscher.

Forschungsergebnisse direkt umsetzen

„Gemeinsam mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen können wir neueste Entwicklungen und Technologien im Bereich der gebäudeintegrierten Landwirtschaft testen und weiterentwickeln,“ stellt Keuter die Vorzüge des ALTMARKTgarten heraus. Die jeweils neuesten Forschungsergebnisse von dort können direkt in den benachbarten Klimazonen des Dachgewächshauses zur Anwendung kommen. Die Bürger finden es gut: Bei einer Befragung sahen 70% in dem Projekt eine Bereicherung der Innenstadt und 80% würden das Dachgewächshaus gerne einmal besuchen.

bl

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