Allianz für CO2-basierte Kosmetik

Allianz für CO2-basierte Kosmetik

Mittels künstlicher Photosynthese aus Kohlendioxid klimafreundliche Pflegeprodukte herstellen - das ist Ziel einer neuen Forschungspartnerschaft zwischen Evonik und Beiersdorf. 

Nivea-Haus in Hamburg
Kosmetik von Beiersdorf soll klimafreundlicher werden. Dafür hat das Unternehmen eine Partnerschaft mit Evonik geschlossen.

Kohlendioxid ist nicht nur ein Treibhausgas, das zur Erderwärmung beiträgt und den Klimawandel befeuert. Für Forschung und Industrie ist der CO2 längst eine wichtige Rohstoffquelle für neue Produkte geworden. So produziert Evonik seit Herbst vergangenen Jahres in der gemeinsam mit Siemens entwickelten Versuchsanlage Rheticus II aus Kohlendioxid und Wasser die Chemikalien Butanol und Hexanol. Möglich wird das durch eine mittels Bakterien erzeugte künstliche Photosynthese.

Produktpalette für künstliche Photosynthese erweitern

„Indem wir Kohlendioxid als Ausgangsstoff für die Herstellung von wertvollen Rohstoffen einsetzen, können wir den Kohlenstoffkreislauf schließen – genauso, wie die Natur es mit der Photosynthese vormacht“, erklärt Thomas Haas von Evonik. Nun will der Spezialchemiekonzern seine Produktpalette für die künstliche Photosynthese erweitern und klimafreundliche Kosmetik herstellen. Dafür wurde eine Forschungskooperation mit Beiersdorf, Hersteller von Hautpflegeprodukten, geschlossen. Zu den bekanntesten Marken des Hamburger Familienunternehmens gehören Nivea und Eucerin. 

Neue Rohstoffe für CO2-basierte Hautpflege

„Mit Beiersdorf haben wir einen Partner gefunden, der die Wertschöpfungskette zu nachhaltigen CO2-basierten Produkten mit uns verlängert: in Richtung Endverbraucher", so Haas. Wie Evonik mitteilte, sollen im Rahmen des Projektes Rheticus „wertvolle Rohstoffe für Pflegeprodukte nach dem Vorbild der natürlichen Photosynthese aus Wasser und Kohlendioxid mithilfe von grünem Strom aus Sonnenenergie und Bakterien entstehen“. Im Fokus stehen nachhaltige Rohstoffe, die Kohlendioxid als Ausgangsstoff nutzen. „Gemeinsam mit Evonik prüfen wir, welche Rohstoffe mithilfe der künstlichen Photosynthese hergestellt werden können und für unsere Pflegeprodukte geeignet sind“, so May Shana’a, Corporate Senior Vice President Forschung & Entwicklung bei Beiersdorf. Mit der Partnerschaft will das Unternehmen nicht nur neue Rohstoffquellen erschließen, sondern auch den CO2-Fußabdruck des Unternehmens reduzieren.

Die von Siemens und Evonik entwickelte Versuchsanlage Rheticus II in Marl soll noch in diesem Jahr den regulären Betrieb aufnehmen. Zwei Jahre lang hatten beide Firmen an der technischen Machbarkeit einer Photosynthese aus Bioreaktor und Elektrolyseur gearbeitet. Die Entwicklung wird vom Bundesforschungsministerium gefördert.

bb