Sachsen

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Nachhaltige Wirtschaft und Bioökonomie gehören in Sachsen zu den zentralen Themen. Gemeinsam mit dem Nachbarn Sachsen-Anhalt ist Sachsen Schwerpunktregion des mitteldeutschen Spitzenclusters Bioeconomy. Die Interessen der Biotechnologie und Medizintechnik im Land bündelt das Cluster biosaxony. In beiden Clustern sind namhafte Partner aus der Wissenschaft vertreten. Sie fördern Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen und organisieren Veranstaltungen.

Politische Grundlagen

Sachsen integriert die Bioökonomie in der Regionalen Innovationsstrategie, die 2013 beschlossen wurde, in das Zukunftsfeld „Umwelt und Ressourcen“. Traditionelle Bereiche wie Agrar-, Ernährungs- und Forstwirtschaft werden als wichtige Sektoren aus dem Bereich der Bioökonomie in Sachsen genannt. Außerdem vertreten sind Papier- und Zellstoffwirtschaft sowie biobasierte Industrien (Biokraftstoffe, Biochemikalien, Faserstoffe). Zunehmende Bedeutung gewinnt auch der Bereich der Bioenergie. So liegt das Potenzial an nachhaltiger Stromerzeugung aus Biogas bei ca. 10% des Stromverbrauchs in Sachsen. Ein Strategiepapier zur Zukunft der Energieforschung in Sachsen ist in Planung.

In den vergangenen Jahren hat Sachsen durch die Etablierung der modernen Biotechnologie bereits die Weichen gestellt für den Wandel zu einer biobasierten Wirtschaft. Durch den Einsatz biotechnologischer Methoden und Verfahren können erdölbasierte Produkte substituiert und neue Produkte geschaffen werden. Sachsen verfügt nicht nur über eine starke Biotech-Region, sondern auch über eine der dichtesten Biotech-Forschungslandschaften in Deutschland. Mehr als 30 universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen sind auf verschiedenen Themenfeldern der modernen Biotechnologie tätig. Seit 2009 engagiert sich das Cluster Biosaxony e. V. für die Biotechnologie und die angrenzenden Bereiche wie Materialwissenschaft und Medizintechnik in Sachsen.

2012 konnte sich das mitteldeutsche Cluster Bioeconomy als einer der Gewinner in der dritten Runde des BMBF-Spitzenclusterwettbewerbs durchsetzen und sicherte sich damit eine Förderung über 40 Mio. Euro. Inhaltlich fokussiert das Cluster auf die maximale Wertschöpfung von Holz durch Koppel- und Kaskadennutzung. Um dies zu erreichen, soll die regionale und überregionale Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und wirtschaftsnahen Einrichtungen im biobasierten Umfeld unterstützt werden, Forschungsprojekte und die Errichtung von Pilotanlagen sollen angestoßen werden.

Auch über die Landesgrenze hinweg, fördert der Freistaat die Bioökonomie. Als Teil des internationalen Netzwerkes ERA CoBioTech unterstützt Sachsen zusammen mit 21 Förder-organisationen aus 18 Ländern transnationale Verbundprojekte zum Thema „Biotechnology for a sustainable bioeconomy“. Ziel von CoBioTech ist es unter anderem, Chancen, die sich durch die Bioökonomie für die Gesellschaft bieten, hervorzuheben und die globale Position Europas im Bereich der modernen Biotechnologien zu stärken.

Forschungslandschaft

Die Universitätsstädte Leipzig, Dresden, Chemnitz und Freiberg sowie weitere Hochschulstandorte, an denen zu biotechnologischen und bioökonomischen Themen geforscht wird, zeichnen Sachsen als Forschungsstandort aus. Außerdem sind zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Sachsen angesiedelt. Diese sind sowohl untereinander als auch mit der Wirtschaft vernetzt. Wichtiger Innovationstreiber in Sachen Bioökonomie ist auch die Sächsische Akademie der Wissenschaften, die entsprechende Forschungsvorhaben unterstützt und mit Vorträgen und Diskussionen den wissenschaftlichen Austausch fördert.

Einige fachspezifische Netzwerke gibt es im Freistaat. Dazu gehören das bereits erwähnte Netzwerk biosaxony im Bereich der Biotechnologie sowie der angrenzenden Ingenieurwissenschaften, sowie das Cluster Bioeconomy. Neben dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) – bei beiden stehen Forschung im Themenbereich Bioökonomie im Mittelpunkt – ist auch das Institut für Holztechnologie sowie die Technische Universität Dresden eingebunden. Ein weiteres Netzwerk ist der Materialforschungsverbund Dresden. Der Verbund ist bereits seit 1993 aktiv und vereint rund 20 universitäre, außeruniversitäre und Industrie-Forschungseinrichtungen vorwiegend aus den Fachbereichen Werkstofftechnik und Materialforschung. Das Spektrum der Forschungstätigkeit erstreckt sich von der Grundlagen- bis hin zur angewandten Forschung und Entwicklung.

2012 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft nach dem Zentrum für Regenerative Medizin in Dresden, das zweite DFG-Forschungszentrum in Sachsen, das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Getragen wird es von der Universität Leipzig (UL), der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU). Beteiligt sind auch acht außeruniversitäre Forschungseinrichtungen: das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) , drei Max-Planck-Institute sowie vier Leibniz-Institute. In einer ersten Förderrunde wurde das Zentrum mit 33.1 Mio. Euro unterstützt, bis 2020 stehen dem iDiv in einer zweiten Förderrunde 36,4 Mio. Euro zur Verfügung. Erforscht werden sollen die natürlichen Lebensgrundlagen. Ziel ist der Schutz der biologischen Vielfalt.