Hamburg

Hamburg

Hamburg ist nach Berlin der zweitgrößte Stadtstaat in Deutschland und ein wichtiges Zentrum für nachhaltige Entwicklung und Innovation. Die Politik hat entsprechende Ziele und Fördermaßnahmen definiert, um den Markt für nachhaltige Produkte und die Forschung zu stärken.

Politische Grundlagen

Im Juli 2017 hat der Hamburger Senat einen Fahrplan zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele für die nächsten Jahre mit konkreten Zielen und Maßnahmen beschlossen. Er richtet sich inhaltlich nach der Agenda 2030, in der die Vereinten Nationen im Jahr 2015 insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung definiert haben. Die Förderung der Bioökonomie stellt dabei keine eigenständige Rubrik dar, ist aber indirekt Bestandteil verschiedener Ziele und Maßnahmen. Hamburg kommt dabei in verschiedener Hinsicht eine Vorreiterrolle innerhalb Deutschlands zu. So hat Hamburg als erstes Bundesland 2017 die Förderung von Mietwohnungen in Holzbauweise beschlossen, womit erstmals der Gesamtenergiebilanz von Gebäuden Rechnung getragen wird. Im Bauwesen werden zudem Gründächer vom Senat gefördert. Bis 2019 stellt die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) dazu 3 Mio. Euro für freiwillige Maßnahmen zur Verfügung.

Seit Dezember 2016 ist Hamburg Mitglied im Netzwerk Bio-Städte. Damit einher gehen die Förderung des Öko-Landbaus und der Einsatz ökologischer Produkte in städtischen Institutionen. Politik und Verwaltung wollen zudem ihre Vorbildfunktion auch in ökologischer Hinsicht verstärkt wahrnehmen. So richtet sich die Hamburger Verwaltung bereits seit Januar 2016 nach dem Leitfaden für umweltverträgliche Beschaffung, der die Anschaffung verschiedenster Produktgruppen regelt. Damit haben sich Behörden, Ämter und Landesbetriebe beispielsweise verpflichtet Recyclingpapier zu verwenden, öffentlichen Einrichtungen wird es ebenfalls nahegelegt. Als verlässlicher und großer Abnehmer sorgt Hamburg durch stete und große Nachfrage somit für eine Verstärkung der Marktaktivitäten für ökologische Produkte und unterstützt aktiv eine nachhaltige Wirtschaftsweise.

Forschungslandschaft

Hamburg ist ein etablierter Innovationsstandort mit Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und zahlreichen Unternehmen. Im Jahr 2016 wurde es als „innovation leader“ von der Europäischen Kommission ausgezeichnet. Mit der Einrichtung von Clustern verfolgt der Senat die Umsetzung seiner Innovationspolitik.

Das Bundesland ist mit 40% an der Clusteragentur „Life Science Nord“ beteiligt. Das dazugehörige Netzwerk schafft für über 500 Biotechnologie-, Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein hervorragende Kooperations- und Fördermöglichkeiten. In dem Förder- und Industrieverein Life Science Nord e.V. haben sich zusätzlich rund 220 Institutionen und Unternehmen der Biomedizin zusammengeschlossen. Der Verein bietet in Zusammenarbeit mit dem Clustermanagement seinen Mitgliedern ein exklusives Partnerprogramm.

Die starke Biotechnologie-Branche ist in Hamburg aber nicht nur auf Gesundheitsthemen ausgerichtet. Am Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE) der Technischen Universität Hamburg (TUHH) gibt es Forschungsschwerpunkte zu Bioenergie, Bioökonomie/Bioraffinerie, der Nutzung biogener Reststoffe und Mikroalgenbiotechnologie. Im Sommer 2017 startete zudem ein deutsch-russisches Kooperationsprojekt der TUHH mit der Universität St. Petersburg zur Entwicklung und Implementierung einer aquatischen Bioraffinerie, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

An einer besseren Verwertung und energetische Nutzung von biologischen Rohstoffen und Abfallprodukten forscht auch das Institut für molekulare Phytopathologie der Universität Hamburg. Im BMBF-geförderten Projekt „NEMBO“ werden dazu Mikroorganismen aus Vietnam gezielt auf neue Enzyme und Metaboliten für die Bioökonomie getestet.