Welche Faktoren die Entscheidung für Bio-Dämmstoffe beeinflussen

Welche Faktoren die Entscheidung für Bio-Dämmstoffe beeinflussen

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Wissen über biobasierte Dämmstoffe und positive Rückmeldungen aus dem Umfeld entscheidend dafür sind, ob diese in privaten Haushalten eingesetzt werden. Staatliche Förderungen helfen oft weniger als gedacht.

Eine Wand mit Cellulose-basierter Dämmung (Symbolbild).
Bio-Dämmstoffe können Energie sparen und das Klima schützen, doch ihre Nutzung hängt stark vom Wissen über die Materialien und von sozialen Einflüssen ab. Hier zu sehen ist eine Cellulose-basierte Dämmung.

Nachbarschaftsmeinungen und Wissen treiben Bio-Dämmung voran

Die Nutzung von bio-basierten Dämmstoffen in privaten Wohnhäusern könnte einen entscheidenden Beitrag zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz leisten. Bislang werden sie in privaten Wohnhäusern jedoch nur selten verwendet. Eine aktuelle Studie hat untersucht, welche Faktoren darüber entscheiden, ob Menschen, die bauen oder sanieren, auf ökologische Materialien setzen. Das wesentliche Ergebnis: Wissen und soziale Einflüsse spielen eine entscheidende Rolle. Wer sich gut informiert fühlt und wer aus Freundeskreis oder Nachbarschaft positive Rückmeldungen über Bio-Dämmstoffe erhält, zeigt eine deutlich höhere Bereitschaft, sie einzusetzen.

Für die Untersuchung wurden mehr als 1.100 Personen, die ein Haus besitzen, befragt. Die Studie zeigt, dass das subjektive Gefühl sozialer Normen oft stärker wirkt als persönliche Einstellungen. Eigentümerinnen und Eigentümer orientieren sich also stark an dem, was in ihrer Umgebung als sinnvoll oder üblich gilt. Wissen wirkt zusätzlich positiv: Wer genau weiß, welche Bio-Dämmstoffe es gibt und wie man sie bekommt, fühlt sich sicherer bei der Umsetzung und findet die Materialien attraktiver. Staatliche Förderprogramme wirken dagegen nicht immer motivierend. Teilweise bremsen sie eher, weil viele die Anträge zu kompliziert finden.

Praktische Schritte für mehr Nachhaltigkeit

Die Ergebnisse geben klare Hinweise, wie Bio-Dämmung stärker in private Haushalte getragen werden kann. Informationskampagnen sollten die Zielgruppe passgenau ansprechen, über Bio-Materialien aufklären und Beispiele zeigen, etwa durch Best-Practice- oder Modellhäuser. Auch Baumärkte und Fachhändler können einen Beitrag leisten, indem sie das Angebot sichtbarer machen und ihre Mitarbeitenden gezielt schulen. Vereinfacht werden sollte zudem der Zugang zu Förderprogrammen, etwa durch klarere Online-Anträge oder reduzierte bürokratische Hürden.

Insgesamt zeigt die Studie: Wer zielgerichtet informiert, gleichzeitig positive soziale Signale setzt und praktische Hürden abbaut, kann die Nutzung von Bio-Dämmstoffen deutlich steigern. 

hb