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24.08.2017

Studie: Öko-Landbau lohnt sich

Ökologischer Landbau fördert nicht nur die Artenvielfalt. Eine nachhaltige Bewirtschaftung der Äcker kann für Landwirte auch profitabel sein, wie Göttinger Agrarökologen ermittelt haben.

Wintertriticale mit Vogelwicke in einer großräumigen Agrarlandschaft.
Wintertriticale mit Vogelwicke in einer großräumigen Agrarlandschaft.
Quelle: 
Péter Batáry

Mit einem Anteil von 7,5% ist der Ökolandbau im Hinblick auf die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland noch recht gering. Aktuelle Daten des Bundesamtes für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zeigen jedoch einen klaren Trend hin zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Feldern und Wiesen. Mit einem Anstieg um 14,9% auf 1.251.320 Hektar war das Wachstum 2016 im Vergleich zum Vorjahr sogar überdurchschnittlich hoch.

Umstellung auf Ökolandbau lohnt sich

Dass die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren auf ökologisch bewirtschafteten Äckern höher ist als auf konventionell betrieben Feldern haben frühere Untersuchungen gezeigt. Nun liefern Göttinger Agrarökologen den Beweis, dass er für Landwirte auch profitabel ist. Für die im Fachjournal „Nature Ecology & Evolution“ erschienene Studie hatte das Team um Péter Batáry die traditionell eher großräumige Landwirtschaft im Osten Deutschlands mit den kleinräumigen Äckern im Westen des Landes hinsichtlich Artenvielfalt und Gewinn verglichen.

Geringe Artenvielfalt auf großen Äckern

Das Ergebnis: Eine Umstellung auf Ökolandbau war für beide Landschaftstypen zwar mit geringen Ertragseinbußen verbunden, jedoch auch mit einer Verdopplung des Gewinns. „Großräumigkeit führte zu keinem höheren Ertrag, aber zu 50% mehr Gewinn für die Landwirte – wegen der geringeren Produktionskosten“, erläutert Péter Batáry. Die Biodiversität war hingegen auf großräumigen und intensiv bewirtschafteten Feldern reduziert.

Biodiversitätsvorteile kleiner Äcker anerkennen

Zugleich zeigte sich, wie wichtig kleine von Feldrändern und Randstrukturen geprägte Äcker für die Artenvielfalt sind. Der Studie zufolge sind die Bewirtschaftungskosten zwar höher. Die Biodiversität wird hier jedoch ähnlich stark gefördert wie im ökologischen Landbau. „Die Kleinräumigkeit der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung für die Biodiversitätsförderung ist genauso wichtig wie die Umstellung auf ökologischen Landbau, spielt aber leider bei der Förderung im Rahmen der EU-Agrarpolitik bisher keine Rolle“, betont Batáry. Die Forscher appellieren daher an die Politik der Europäischen Union, die überraschend hohen Biodiversitätsvorteile der Kleinlandwirtschaft anzuerkennen, weil sie vergleichbar mit einer Umstellung auf ökologischen Landbau ist.

bb

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