IPBES Bericht zeigt Wege zu naturpositivem Wirtschaften

IPBES Bericht zeigt Wege zu naturpositivem Wirtschaften

Ein neuer Bericht des Weltbiodiversitätsrats zeigt, wie Unternehmen Biodiversität aktiv verbessern können. Für die Bioökonomie wird deutlich, intakte Ökosysteme sind Produktionsgrundlage und ein strategischer Faktor für stabile Lieferketten.

Neuer IPBES Bericht zur Bidiversität veröffentlicht
Intakte Ökosysteme sind Produktionsgrundlage der Bioökonomie und rücken im IPBES Bericht als wirtschaftlicher Faktor in den Fokus.

Wirtschaftliche Stabilität ist ohne biologische Vielfalt nicht denkbar. Der neue Bericht der Intergovernmental Science Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) macht deutlich, dass ein großer Teil der globalen Wirtschaftsleistung direkt oder indirekt von funktionierenden Ökosystemen abhängt. Für die Bioökonomie gilt das in besonderem Maße, denn sie basiert auf nachwachsenden Rohstoffen und damit auf lebendigen Produktionssystemen.
Der Bericht betont, dass Biodiversitätsverlust kein Randthema des Naturschutzes ist, sondern ein systemisches Wirtschaftsrisiko. Gestörte Ökosysteme destabilisieren Lieferketten, erhöhen Kosten und gefährden langfristige Geschäftsmodelle. Unternehmen sind daher nicht nur Mitverursacher von Biodiversitätsveränderungen, sondern zugleich von stabilen Naturleistungen abhängig. (Vollständiger Bericht als PDF: Download)

Biodiversität als wirtschaftliche Infrastruktur

Für biobasierte Wertschöpfungssysteme sind intakte Ökosysteme keine ökologische Zusatzoption, sondern Produktionsgrundlage. Wälder, Böden, Gewässer und Bestäuber sichern die Verfügbarkeit von Biomasse, regulieren Nährstoffkreisläufe und beeinflussen Erträge. Der Bericht fordert daher, naturbezogene Risiken systematisch in unternehmerische Entscheidungen zu integrieren und Biodiversität als strategischen Faktor im Risikomanagement zu berücksichtigen.
Neben freiwilligen Maßnahmen braucht es laut IPBES strukturelle Veränderungen. Dazu zählen standardisierte Indikatoren, bessere Transparenz zu naturbezogenen Risiken und der Abbau biodiversitätsschädlicher Anreize. Ziel ist ein wirtschaftliches Umfeld, das naturpositive Geschäftsmodelle begünstigt und Investitionen in ökologische Regeneration fördert.

Messbarkeit als Schlüssel zur Umsetzung

Ein zentrales Hindernis für Unternehmen ist bislang die komplexe Messbarkeit biologischer Vielfalt. Anders als beim Klimaschutz reicht ein einzelner Indikator nicht aus. Biodiversität erfordert regionale Differenzierung und mehrere Bewertungsgrößen. Der Bericht betont daher die Bedeutung standardisierter Monitoringmethoden und praxisnaher Tools, die in Unternehmen anwendbar sind.
Für die Bioökonomie bedeutet das, naturpositives Wirtschaften wird zunehmend operationalisierbar. Entscheidend ist, Biodiversität als wirtschaftliche Infrastruktur zu begreifen und entlang der Wertschöpfungsketten planbar zu berücksichtigen, von der Rohstoffbasis bis zur Finanzierung.

ag