GFFA 2023: Ernährungssysteme transformieren

GFFA 2023: Ernährungssysteme transformieren

Wie kann eine globale Nahrungsmittelkrise verhindert werden? Darüber diskutierten Fachleute für Agrar- und Ernährungspolitik beim 15. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin.

GFFA 2023
Beim diesjährigen GFFA debattieren Experten der Agrar- und Ernährungspolitik darüber, wie die globale Ernährungswende gelingen kann.

Es ist die globale Plattform für internationale Kooperation und multilaterale Lösungen im Agrarbereich: das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA). Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause findet die 15. Auflage der Welternährungskonferenz wieder als Präsenzveranstaltung im City Cube in Berlin statt. Am Rande der Internationalen Grünen Woche kommen hier vom 19. bis 21. Januar 2023 mehr als 2.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Veranstaltet wird das GFFA vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Kooperation mit dem Senat von Berlin und der Messe Berlin GmbH.

Ernährungswende als Antwort auf multiple Krisen

Das Thema der diesjährigen Welternährungskonferenz lautet: „Ernährungssysteme transformieren: Eine weltweite Antwort auf multiple Krisen“. Zu Klimakrise, Artensterben und COVID-19-Pandemie drohe mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nun die größte globale Nahrungsmittelkrise seit dem Zweiten Weltkrieg, betonte Orphelia Nick, Parlamentarische Staatssekretärin beim BMEL, in ihrer Eröffnungsrede. „Wir können die multiplen Herausforderungen aber nur gemeinsam lösen. Wir haben deshalb die Transformation und Stabilisierung der Ernährungssysteme in das Zentrum des diesjährigen GFFA gestellt. Denn unsere Ernährungssysteme sind der Schlüssel für die Sicherung der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung. Wenn wir sie nachhaltig, klimagerecht und resilient gestalten – und zwar weltweit", so Nick.

Die Weltgemeinschaft muss daher dringend Lösungen entwickeln und umsetzen, um die weltweite Ernährung zu sichern und damit das in der Agenda 2030 verankerte Ziel, den globalen Hunger zu beenden, zu erfüllen. Die größte Herausforderung dabei ist, Lösungen zu finden, die Versorgungssicherheit schaffen und gleichzeitig Klimakatastrophen und Artensterben verhindern. In verschiedenen Sessions werden die Teilnehmenden darüber diskutieren, wie diese Transformation gelingen kann. Folgende Fragen stehen dabei im Fokus: Wie schaffen wir krisenfeste und klimafreundliche Ernährungssysteme? Wie erhalten wir die biologische Vielfalt? Wie kooperieren wir besser für nachhaltige globale Ernährungssysteme?

Krisenfeste und klimafreundliche Ernährungssysteme

Der Russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat einmal mehr deutlich gemacht, wie verwundbar die Ernährungssysteme sind – vor allem, wenn einseitige Abhängigkeiten bestehen. Deshalb soll auf dem GFFA unter anderem darüber diskutiert werden, wie weltweit standortangepasste, krisenfeste, nachhaltige Ernährungssysteme etabliert werden können – etwa durch die Gestaltung nachhaltiger Lieferketten, der Vermeidung von Düngemittelengpässen, der Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung, die Förderung von nachhaltigen Ernährungsweisen und Konsumverhalten sowie der Diversifizierung von Produktions- und Importstrukturen vor Ort.

Global Forum for Food and Agriculture 2023

Das Programm des GFFA und der Livestream sind über die Konferenz-Webseite frei zugänglich.

Lösungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt

Eine zentrale Rolle bei der Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme spielt Nick zufolge der Erhalt der biologischen Vielfalt. Bei der Gestaltung klimafreundlicher Ernährungssysteme wird beispielsweise diskutiert, wie die Landwirtschaft mehr Kohlenstoff speichern und energieeffizienter werden, klimaangepasste Pflanzenproduktionssysteme entwickelt, die Züchtung vorangebracht, Wasser nachhaltiger genutzt und länger im Landschaftshaushalt gespeichert werden kann.

Vor dem Hintergrund multipler Krisen will das GFFA zudem Wege aufzuzeigen, wie der Erhalt natürlicher Ressourcen, Arten und Lebensräume sowie der genetischen Vielfalt gemeinsam mit der nachhaltigen Erzeugung von Nahrungsmitteln für eine wachsende Weltbevölkerung umgesetzt werden können. Basis soll hier das in Montreal vereinbarte Biodiversitätsabkommen sein. Auch die Frage nach möglichen institutionellen Veränderungen sollen beim GFFA erörtert werden, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen. „Kooperation ist das Schlüsselwort. Wir brauchen eine multilaterale und interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure", so das Fazit der BMEL-Staatssekretärin.

Abschlusskommuniqué beim Agrarministertreffen

Politischer Höhepunkt des dreitägigen Treffens ist die Berliner Agrarministerkonferenz am letzten Kongresstag. Am weltweit größten Agrarministertreffen unter Leitung von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir werden rund 70 Agrarministerinnen und Agrarministern sowie hochrangige Vertreter von mehr als 10 internationalen Organisationen – darunter FAO, OECD, WTO und Weltbank – teilnehmen und ein gemeinsames Abschlusskommuniqué zum GFFA-Thema verabschieden.

bb