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14.08.2019

Neue Initiative: In Kreisläufen denken

Andere EU-Länder haben bereits Strategien für eine Circular Economy entwickelt. Deutsche Akteure wollen nun mit einer Initiative nachziehen, die vom BMBF unterstützt wird.

In einer Linearwirtschaft enden viele Produkte in der Müllverbrennung. In einer Kreislaufwirtschaft würden viele Abfälle zu Rohstoffen für andere Prozesse.
In einer Linearwirtschaft enden viele Produkte in der Müllverbrennung. In einer Kreislaufwirtschaft würden viele Abfälle zu Rohstoffen für andere Prozesse.
Quelle: 
falco/Pixabay; CC0

Am 29. Mai 2019 hatte Deutschland gemessen am seinem Bevölkerungsanteil alle Ressourcen verbraucht, die die Erde in einem Jahr nachhaltig bereitstellen kann. Gleichzeitig gilt vielen Wirtschaftswissenschaftlern ein stetiges Wirtschaftswachstum als unerlässlich. Einen möglichen Ausweg aus diesem Zielkonflikt stellt die Kreislaufwirtschaft dar – international als Circular Economy bezeichnet. Zirkulares, ressourcenschonendes Wirtschaften bedeutet nicht nur Recycling, sondern auch das Schließen von Material- und Energiekreisläufen.

Für Deutschland ist nun eine Initiative für Kreislaufwirtschaft gestartet, die Circular Economy Initiative Deutschland (CEID). Sie will ein nationales Konzept für eine Kreislaufwirtschaft erarbeiten und Ziele definieren, die auf den Weg dahin erreicht werden müssen. Dem Lenkungskreis gehören Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft an. Koordiniert wird die Initiative von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).

Wertschöpfungsketten zu Kreisläufen verbinden

Thomas Weber, Co-Vorsitzender der CEID und Vizepräsident der acatech, erläuterte zum Auftakt  Vorhaben: „Mit Recycling und zunehmend effizienteren (industriellen) Prozessen sind wir in Deutschland zumindest in einzelnen Bereichen schon in die richtige Richtung unterwegs. Wenn wir wirklich nachhaltiges Wachstum ermöglichen wollen, müssen wir allerdings neu und systemischer denken. Mit der Vision einer Circular Economy zeigen wir neue, effektive Wege auf, wie Wertschöpfungsketten zu Kreisläufen verbunden werden können, sodass Abfälle und Emissionen zum Nutzen von Mensch und Umwelt soweit wie möglich vermieden werden.“

Bislang nur Teilaspekte adressiert

Eine Vorstudie, die die Stiftung Mercator und die European Climate Foundation finanziert haben, hat gezeigt, das zahlreiche Länder bereits Pläne für den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft entwickelt haben, darunter die Niederlande, Luxemburg und Portugal, aber auch China, Japan und Kanada. Für Deutschland stellt die Vorstudie fest: Auch wenn bereits eine Vielzahl ressourcenpolitischer Instrumente, welche die Privatwirtschaft, die Zivilgesellschaft und die Wissenschaft mobilisieren soll, umgesetzt werde, hätten diese bisher eher einen inkrementellen Charakter und adressierten nur Teilaspekte eines Circular Economy Narratives. Die Autoren der Studie fordern daher: „Es wird deshalb Zeit für eine deutsche Circular Economy Strategie.“

Wichtig zum Erreichen der Klimaziele

Lars Grotewold, Bereichsleiter Klimawandel der Stiftung Mercator, kommentierte die Vorstudie: „Der Ansatz der Circular Economy hat ein bisher noch unzureichend berücksichtigtes Potenzial – nicht zuletzt auch für den Klimaschutz.“ Zum Erreichen der Klimaziele müsse gerade ein Industrieland wie Deutschland dieses Potenzial voll ausschöpfen. „Die Analysen von acatech und SYSTEMIQ zeigen, dass andere Länder Deutschland hier bereits voraus sind.“

Bundesforschungsministerium unterstützt die Initiative

Zum Auftakt der Circular Economy Initiative resümierte daher auch Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium: „Wir brauchen eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft, damit auch zukünftige Generationen in einer intakten Umwelt gesund und in Wohlstand leben können.“ Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstütze deshalb die Beteiligten dabei, den Wandel hin zu einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft intensiv voranzutreiben.

bl/pg

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