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25.08.2017

Japanische Denka kauft Hallenser Icon Genetics

Das Pflanzenbiotechnologie-Unternehmen Icon Genetics aus Halle ist vom japanischen Unternehmen Denka übernommen worden. Für den Kauf sind 75 Mio. Euro geflossen.

tabakblatt
Pflanzen werden mit der Technologie von Icon Genetics zu grünen Arzneifabriken.
Quelle: 
Icon Genetics GmbH

Der Verkauf der Icon Genetics GmbH war bereits vor zwei Jahren eingeleitet worden. 2015 hatte die japanische Denka-Gruppe zunächst 51% der Icon-Genetics-Anteile übernommen. Nun wurde auch der zweite Teil der Übernahme des Pharming-Spezialisten Icon Genetics abgeschlossen. Damit verfügt die japanische Firma Denka über einen Forschungsstandort in Halle an der Saale. 

75 Mio. Euro für Mutterunternehmen Nomad Bioscience

Damit ist die Firma nun komplett in japanischer Hand. Das bisherige Mutterunternehmen Nomad Bioscience GmbH mit Sitz in München erhält nach eigenen Angaben im Gegenzug bis zu 75 Mio. Euro (10 Mrd. Yen). Mit der Ausnahme der Bereiche Impfstoffe und Diagnostika behält Nomad um den Gründer Yuri Gleba alle Rechte für die Biopharmazeutika- und Biomaterialproduktion. Damit kann die angelaufene Entwicklung neuer Biologika, Biosimilars und Biobetters unverändert vorangetrieben werden.

Forschung und Entwicklung rund um Impfstoffe und Reagenzien für die Diagnostik sollen in Zukunft weiterhin bei Icon Genetics in Halle an der Saale stattfinden. Icon gilt als einer der Pioniere des sogenannten Pharming – der Biopharmazeutika-Produktion mithilfe von Pflanzen als Arzneifabriken. Tabakpflanzen werden dazu mit Viren als Gentaxis infiziert und in den Blättern vorübergehend zur Produktion von Antikörpern oder Impfstoffen angeregt. Das Bundesforschungsministerium hat Icon Genetics bei seinen Forschungsaktivitäten unterstützt.

Antikörper-Hoffnung in der Ebolakrise

International für Aufsehen sorgte Icon Genetics als Technologiezulieferer für die US-Firma Mapp Biopharmaceutical. Sie hatte in Tabakpflanzen einen experimentellen Antikörper gegen Ebola hergestellt, der während der verheerenden Epidemie im Jahr 2014 zum Hoffnungsträger avancierte. Nach dem Abflauen der Epidemie mussten allerdings die klinischen Studien pausieren.

Denka beabsichtigt nun, mit Icons Technologie unter anderem einen Impfstoff gegen Noroviren zu entwickeln. Zudem ist die Herstellung von Antikörpern für diagnostische Assays angedacht. Denka Co., Ltd. hieß bis vor zwei Jahren noch Denki Kagaku Kōgyō K.K., was sich in etwa mit Elektrochemietechnik AG übersetzen lässt. Ursprünglich handelte es sich um eine Chemiefirma, doch mit dem neuen Namen ging eine strategische Umorientierung einher. Denka hat zum Beispiel das Gesundheitsgeschäft für sich entdeckt. Anfang 2017 gründete die Firma ein Gemeinschaftsunternehmen mit Kew Inc., einem US-amerikanischen Krebsdiagnostikanbieter.

ml/pg

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