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30.01.2018

Innovationspreis für Fraunhofer-Team

Jubel auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: Ein Würzburger Fraunhofer-Team hat für die Entwicklung von Bioplastik-Beschichtungen den New Plastics Economy Prize abgeräumt.

Die Plastikbeschichtungen des Fraunhofer ISC
Mit den Bioormoceren lässt sich Folie aus Biopolymeren tauglich für Lebensmittelverpackungen machen.
Quelle: 
Fraunhofer ISC

Jubel beim Weltwirtschaftsforum in Davos: Ein Team vom Fraunhofer ISC zählt zu den fünf Gewinnern der mit 1 Mio. US-Dollar dotierten „Circular Materials Challenge 2018“. Dieser Innovationspreis ist Teil der 2016 gegründete New Plastics Economy Initiative der Ellen MacArthur Stiftung. Das ISC-Team um Sabine Amberg-Schwab konnte mit der Entwicklung der sogenannten bioORMOCERe punkten. Es handelt sich um Beschichtungen, die Verpackungen aus Biopolymeren besondere Eigenschaften verleihen.

Biopolymere oft ungeeignet für Lebensmittelverpackungen

Im Jahr 2015 erschien im renommierten Wissenschaftsmagazin Science ein viel beachteter Artikel über den Mülleintrag in die Weltmeere. Zwei Jahre später, im November 2017, wies Dame Ellen Mac Arthur, die Gründerin der gleichnamigen Stiftung, in einem Editorial in genau dieser Zeitschrift auf die immer noch ebenso erschreckende Menge von acht Mio. Tonnen Plastikmüll hin, die jährlich neu in unsere Ozeane gelangen. Und es ist damit zu rechnen, dass sich die Produktion von Plastik in den nächsten zwanzig Jahren nochmals verdoppelt. Bisher wird nur ein geringer Teil gesammelt und wiederverwendet – ein enormer Verlust an Wertstoffen einerseits und andererseits ein großes Umweltproblem. Eine Lösung könnten neue Verpackungsmaterialien auf der Basis nachwachsender Rohstoffe – sogenannte Biopolymere – sein, die kompostierbar sind. Bisher waren solche Materialien für Lebensmittelverpackungen eher ungeeignet, weil sie durchlässig sind für Wasserdampf, Sauerstoff, Kohlendioxid und Aromastoffe.

Hybridpolymere bauen Barriere auf

„Das weltweite Problem des Verpackungsmülls hat uns auch hier im Fraunhofer ISC nicht mehr losgelassen und wir haben nach einer Lösung gesucht“, beschreibt Preisträgerin Sabine Amberg-Schwab ihre Motivation. Sie und ihr Team haben langjährige Expertise bei der Entwicklung von Barriereschichten auf Verpackungsfolien für Lebensmittel, um Qualität und Haltbarkeit der verpackten Lebensmittel zu verbessern. Diese Beschichtungen auf der Basis spezieller Hybridpolymere, genannt ORMOCERe, schützen gegen Wasserdampf und Gaszutritt sowie gegen den unerwünschten Übergang von Fremdstoffen auf den Verpackungsinhalt.

Seit einigen Jahren arbeiten die Forscher nun an kompostierbaren Barriereschichten, die Biopolymeren zu einem Durchbruch für ihren zukünftigen Einsatz als nachhaltige und umweltschonende Verpackungswerkstoffe einer neuen Generation verhelfen können. „Unsere bioORMOCERe beseitigen die Schwächen der Biopolymere und machen sie fit für die hohen Anforderungen an zuverlässiges Verpackungsmaterial“, erläutert Amberg-Schwab. Neben der Aufgabe, die verpackten Lebensmittel zu schützen, sorgen die bioORMOCERe auch dafür, dass die eigentliche Verpackungsfolie aus Biopolymer sich nicht vorzeitig zersetzt.

pg

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