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02.07.2018

Grüne Chemie kommt an

In der Chemie kommen zunehmend alternative Ressourcen statt Erdöl zum Einsatz. Dieses Fazit zogen Experten auf dem zweiten Rohstoffgipfel Ende Juni an der TU Berlin. 

Wissenschaftler, Unternehmer und Gründer diskutierten am Rohstoffgipfel in der TU-Berlin zum Thema nachhaltige Chemie.
Beim Rohstoffgipfel in der TU Berlin, hier ein Bild aus dem Jahr 2017, ging es um die Frage, wie die Chemie nachhaltiger werden kann.
Quelle: 
BIOCOM/bp

Nachwachsende Rohstoffe wie Holz oder Stroh sind nur zwei Ressourcen, die in der chemischen Industrie die endliche Ressource Erdöl ersetzen können. Eine weitere vielversprechende Rohstoffquelle ist das klimaschädliche Kohlendioxid. Das Treibhausgas zur Herstellung von Chemikalien und Kunststoffen zu nutzen, steht derzeit im Fokus vieler Forschungsaktivitäten, die auch vom der Bundesregierung gefördert werden. Der Trend in Richtung Grüne Chemie wurde auch auf dem Rohstoffgipfel in Berlin deutlich, der am 25. Juni zum nunmehr zweiten Mal an der Technischen Universität Berlin unter Schirmherrschaft des Bundesforschungsministeriums stattfand. Die Veranstaltung wurde von der TU Berlin gemeinsam mit der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie DECHEMA sowie dem Werkstoffhersteller Covestro ausgerichtet. 

Experten aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Gründerszene diskutierten bei den Treffen über Fragen wie etwa Kohlendioxid Erdöl ablösen kann oder Pflanzen noch besser für die Herstellung chemischer Produkte genutzt werden können.  Im Rahmen von Vorträgen und Diskussionsrunden wurde auch auf neue biobasierte Produkte wie Schaumstoffe verwiesen, die in jüngster Zeit auf den Markt gebracht wurden. 

Einsatz nachhaltiger Ressourcen weiter vorantreiben 

Das Fazit der Experten: Nicht-fossile Ressourcen spielen in der Chemie eine immer größere Rolle. Dennoch, so der Appell der Teilnehmer, muss die Entwicklung und der Einsatz nicht-fossiler Ressourcen weiter vorgetrieben werden, um die Chemie Industrie nachhaltiger und klimafreundlicher zu machen. Auch müssten gute Ideen schnell in konkrete nachhaltige Produkte münden, wie Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender Covestro betonte. „Das ist nur durch den Schulterschluss innerhalb der Wirtschaft und anwendungsorientierte Kooperationen mit wissenschaftlichen Partnern möglich. Und wir brauchen ein geeignetes Innovationsklima mit mehr Mut auch zum Risiko.“

Chemie braucht mehr Start-ups 

Einig waren sich die Gipfelteilnehmer, dass vor allem das Potenzial junger Unternehmen einen Innovationsschub bewirken und daher noch stärker genutzt werden muss. „Wir müssen es als Aufgabe der chemischen Industrie sehen, mehrere Technologien zusammen zu bringen, um so nachhaltigere Lösungen für die drängenden Fragen unserer Zeit zu finden. Dabei spielen Start-ups eine entscheidende Rolle“, sagte Kurt Wagemann, Geschäftsführer Dechema.

Fünf Start-ups für Innovationen gekührt

Als Zeichen für den Gründergeist wurden beim Gipfel fünf Start-ups aus Australien, Deutschland, Großbritannien, Litauen und den USA zu den „Resource Innovators 2018“ gekürt. Sie stellten Projekte vor, bei denen Pflanzen und CO2 als Kohlenstoffquellen genutzt werden. Platz eins belegte die australische Firma Mineral Carbonation International, die aus CO2 und Mineralien Baumaterialien und andere Industriegüter herstellt. Das Berliner Start-up Nano-Join GmbH kam mit der Entwicklung einer neuartigen Sinter-Lösungen für elektronische Hochleistungsbauteile auf den dritten Platz.  

Dieter Jahn vom Beirat des High-Tech Gründerfonds bemängelte, dass es in der Branche noch relativ wenige Start-ups gebe. Sein Appell: „Dafür brauchen Gründer die entsprechende Infrastruktur durch Wirtschaft und Politik.“ Reinhard Schomäcker vom Institut für Chemie an der TU Berlin plädierte dafür, an den Hochschulen zeitgemäße Stukturen und Prozesse einzurichten, um den engen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft frühzeitig zu ermöglichen.

bb

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