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11.04.2016

GO-Bio-Förderung für neue Tierimpfstoffe aufgestockt

Ein Gründerteam an der Universität Halle-Wittenberg erhält für die Entwicklung neuer Impfstoffe gegen Tierseuchen weitere 1,1 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium. Die Förderung des Projektes erfolgt im Rahmen der Förderinitiative GO-Bio.

Hefeimpfstoffe haben sich bereits als wirksamer Schutz gegen Tierseuchen wie Geflügelbursitis oder Vogelgrippe erwiesen.
Hefeimpfstoffe haben sich bereits als wirksamer Schutz gegen Tierseuchen wie Geflügelbursitis oder Vogelgrippe erwiesen.
Quelle: 
pixelio.de

Im Projekt Verovaccines entwickeln Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg neue virale Impfstoffe gegen Tierseuchen wie Vogelgrippe. Die Impfstoffplattform basiert auf einen völlig neuen Ansatz: Hierbei werden gentechnisch veränderte Stämme der Milchhefe zur Herstellung von Viren genutzt. Mit dieser Idee gehörte das Forscherteam 2012 zu den Gewinnern der GO-Bio-Wettbewerbs des Bundesminsteriums für Bildung und Forschung (BMBF). Nun wurde das Budget um 1,1 Millionen Euro aufgestockt, in der zweiten Förderphase geht es darum, die Impfstoffkandidaten zur Marktreife zu führen.

Angesichts der Schäden, die durch Tierseuchen wie Geflügelbursitis oder Vogelgrippe in der Nutztierhaltung entstehen, ist der Bedarf an neuen Impfungen groß. In der Vergangenheit war allerdings oft schwer zu unterscheiden, ob der Erreger im infizierten Tier von einer Ansteckung oder Impfung stammte. Dieses grundsätzliche Impfproblem haben vor einigen Jahren zwei Hallenser Forscher bewältigt. Mit der Idee, Virusbestandteile in Hefen einzuschleusen und diese Hefen - nach deren Abtötung - direkt als Impfstoffe einzusetzen, konnten Sven-Erik Behrens und Karin Breunig von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) 2012 eine Förderung des Bundesforschungsministeriums im Rahmen der fünften Runde des  GO-Bio-Wettbewerbs einfahren.

Impfstoffe aus Milchhefe gegen Tierseuchen

Die Impfstoffplattform Verovaccines basiert auf gentechnisch veränderten und patentierten Stämmen der Milchhefe, in deren Zellen ungefährliche Virusbestandteile hergestellt werden. Die abgetötete Hefe mit den Virusbestandteilen wird dem Tier als Impfstoff unter die Haut gespritzt. Das Ergebnis ist eine starke Aktivierung der Immunabwehr, die vollständig vor einer Erregerinfektion schützt. Dass auf diese einfache Weise tatsächlich ein kompletter Impfschutz gegen eine Virusinfektion erzielt werden kann, konnten die Wissenschaftler mit Hefeimpfstoffen bereits für zwei Viruserkrankungen bei Tieren zeigen. Das Projekt konnte bisher über GO-Bio- und ForMaT-Förderprogrammen des BMBF mehr als fünf Millionen Euro einwerben.

Vier neue Tierimpfstoffe geplant

Mit der nun erreichten zweiten GO-Bio-Förderperiode wurde das Budget noch einmal aufgestockt. 1,1 Millionen Euro stehen dem Projekt Verovaccine zur Entwicklung neuer viraler Impfstoffe gegen Tierseuchen nun zusätzlich zur Verfügung. „Wir freuen uns sehr über die weitere Förderung“, sagt der Biochemiker und Virologe Sven-Erik Behrens. Mit dem Geld wollen die Forscher die Impfstoffplattform weiterentwickeln, um Einzelimpfstoffe in Kombinationsimpfstoffen zu bündeln. Vier neue Impfstoffkandidaten sollen dabei entstehen.

Technologie zur Marktreife führen

Darüber hinaus soll mittels der Förderung das MLU-Projekt ausgegliedert und ein veterinärpharmazeutisches Unternehmen zur Vermarktung der Impfstoffplattform gegründet werden. „Das Feedback nationaler und internationaler Investoren ist sehr gut. Damit stehen auch die Chancen gut, bis Anfang 2017 eine tragfähige Finanzierung unter Beteiligung branchenerfahrener Investoren unter Dach und Fach zu bekommen“, sagt der Molekularbiologe und Biotech-Unternehmer Hanjo Hennemann, der die Gründung einer Firma vorbereitet.

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