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29.11.2018

Forstwirtschaft im Fokus

Ende November fand an der Universität Hohenheim in Stuttgart der 3. Bioökonomietag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Würtemberg statt.

Auf dem 3. Bioökonomietag in Hohenheim standen unter anderem innovative Produkte aus Laubholz im Fokus.
Quelle: 
Universität Hohenheim / Oskar Eyb

Immer neue Entwicklungen ermöglichen immer mehr biobasierte Anwendungen und Produkte. Die Bioökonomie umspannt demnach ein weites Themenfeld. Die Universität Hohenheim in Stuttgart ist eine der führenden Universitäten auf dem Gebiet der Bioökonomie. Auch international ist sie gut vernetzt. Erst Ende November regte sie eine Allianz zwischen den sechs führenden europäischen Bioökonomie-Universitäten an. Auf nationaler Ebene ist der Standort Hohenheim ebenfalls ein Dreh- und Angelpunkt für die Bioökonomie: Am 22. November fand hier der 3. Bioökonomietag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Würtemberg (MLR) statt.

Nachhaltige Holzwirtschaft im Fokus

Der Fokus der von BIOPRO Baden-Württemberg ausgerichteten Tagung lag in diesem Jahr auf der nachhaltigen Holzwirtschaft und der effizienten Nutzung von Lignozellulose und Laubholz. Rund 150 Experten und Interessierte aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik waren der Einladung nach Hohenheim gefolgt.

Landesstrategie „Nachhaltige Bioökonomie“

Die Universität Hohenheim will für Baden-Württemberg und Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen und eine erfolgreiche biobasierte Wirtschaft etablieren. Allerdings kann die Umwandlung der konventionellen, auf fossilen Rohstoffen basierenden Industrie nicht alleine von Forschungseinrichtungen vollzogen werden, sondern muss sowohl Wirtschaftsexperten als auch die Bevölkerung einbeziehen. Zu diesem Zweck fanden in den acht Monaten vor dem 3. Bioökonomietag im Rahmen eines Dialogprozesses des MLR mehrere Arbeitskreissitzungen mit insgesamt über 100 Teilnehmern statt. Die Sitzungen dienten als Basis für die Erstellung der Landesstrategie „Nachhaltige Bioökonomie“ und ermöglichten den Erfahrungs- und Meinungsaustausch in unterschiedlichen Vorträgen und Workshops.

Neue Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung

In seiner Begrüßungsrede betonte Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, die Bedeutung der Bioökonomie für die wirtschaftliche Entwicklung des Bundeslandes. Mithilfe der ressortübergreifenden Landesstrategie „Nachhaltige Bioökonomie“ werde der Rahmen für eine biobasierte Wirtschaft in Baden-Württemberg gestellt, die auch den zukünftigen Anforderungen der Gesellschaft gerecht werde, sagte der Minister. „Dadurch schaffen wir neue attraktive Arbeitsplätze und stärken die regionale Wertschöpfung, insbesondere im ländlichen Raum." 

17 Mio. Euro und ein Technikum Laubholz

Hauk griff zudem das zentrale Thema der Veranstaltung auf: Die Holzwirtschaft. „Baden-Württemberg ist Holzbauland Nr. 1 in Deutschland. An diesen Erfolg will die Landesregierung anknüpfen und plant, bis 2023 rund 17 Mio. Euro in die Holzbau-Offensive Baden-Württemberg zu investieren.“ Nicht zuletzt erfordere der Klimawandel ein Umdenken in der Forstwirtschaft bezüglich Zucht und Pflege verschiedenster Baumarten. So wächst der Anteil an Laubhölzern seit Jahren beständig. „Wir müssen uns durch umfassende Forschung eine Spitzenposition in der laubholzbasierten Rohstoffverwendung erarbeiten. Hierzu plant das Land ein ‚Technikum Laubholz‘, auch das haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart“, so Hauk in Hohenheim. Die Fertigstellung der Landesstrategie „Nachhaltige Bioökonomie für Baden-Württemberg" ist dem Minister zufolge für Anfang 2019 geplant. Die Gründung des Laubholz-Technikums, das Produktionsformen im industriellen und gewerblichen Maßstab erforschen soll, soll spätestens 2020 erfolgen.

Im Anschluss wurden mehrere Forschungsprojekte zum Thema Laubholz-, Zellulose- und Ligninnutzung vorgestellt. Den Hauptvortrag am Nachmittag hielt Alfred Teischinger von der Universität für Bodenkultur Wien zum Thema „Baden-Württembergs Sprung in die Zukunft – ein Ausblick in die internationalen Entwicklungen der holzbasierten Bioökonomie“. 

Das Urteil der Teilnehmer beim 3. Bioökonomietag in Hohenheim lautet: „Die Bioökonomie in Baden-Württemberg ist auf einem guten Weg der Umsetzung". 

jmr

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