Newsletter

Link versenden
13.11.2019

Einbuße bei Reisernten erwartet

Die Erträge bei Reis könnten infolge des Klimawandels und zunehmender Arsenbelastung bis 2100 um 42% zurückgehen, wie eine aktuelle Studie prognostiziert.

Der Reisanbau in Asien könnte künftig weit geringere Erträge liefern als bislang erwartet.
Der Reisanbau in Asien könnte künftig weit geringere Erträge liefern als bislang erwartet.
Quelle: 
Kanenori/Pixabay; CC0

Reis ist für mehr als die Hälfte der Menschheit das wichtigsten Grundnahrungsmittel. Doch sein Ertragspotenzial wurde bislang überschätzt. Deutsche und britische Forscher warnen in einer neuen Studie, dass infolge des Klimawandels die Erträge bis zum Ende des Jahrhunderts dramatisch einbrechen könnten.  An der im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlichten Untersuchung waren Experten der Universitäten Tübingen, Bayreuth und Stanford beteiligt.

Zu viel CO2 und Trockenheit

Der Ertragsverlust setzt sich demnach aus zwei Faktoren zusammen. Zum einen führt die steigende Kohlendioxidkonzentration in der Luft in Verbindungen mit der resultierenden Erwärmung und häufigeren Dürren zu bis zu 15% schlechteren Ernten. Das konnten die Forscher in Gewächshausstudien und anhand von Simulationsmodellen zeigen.

Arsen im Grundwasser

Zum anderen schädigt Arsen die Reispflanzen – ein Effekt, der sich durch den Klimawandel und den damit verbundenen Wassermangel verstärken wird: In Asien ist das Halbmetall Arsen vielerorts natürlicher Bestandteil des Grundwassers. Infolge der Bewässerung reichert es sich in den Böden der Reisfelder an. In den Pflanzen stört es die Bildung der Reiskörner. „Wir haben festgestellt, dass das Arsen aus dem Boden bei höheren Temperaturen und höherem Kohlendioxidgehalt der Luft verstärkt von den Reispflanzen aufgenommen wird“, sagt Forschungsleiterin Eva Marie Muehe von der Universität Tübingen. „Wenn wir die erhöhte Verfügbarkeit von Arsen im Boden mit einbeziehen, kommen wir auf einen Ertragsverlust von insgesamt 42 Prozent“, berichtet Muehe.

Ernährungssicherheit neu einschätzen

Da in Asien 97% des weltweiten Reisanbaus erfolgt, seien die bisherigen Prognosen für das Potenzial als Grundnahrungsmittel einer wachsenden Weltbevölkerung deutlich zu hoch, warnen die Forscher. Obendrein wären die Ernten absehbar stärker mit giftigem Arsen belastet, als europäische Grenzwerte erlauben. „Die neuen Studienergebnisse haben eine immense Bedeutung für die Einschätzung der Ernährungssicherheit großer Teile der Weltbevölkerung“, resümiert Muehe.

bl

Back to top of page