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18.06.2019

Biodiversität in Unternehmen wertschätzen

Das Bundesforschungsministerium hat eine neue Fördermaßnahme gestartet, um das Bewusstsein für Artenvielfalt und Ökosystemleistungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu schärfen.

Die Bedeutung der Artenvielfalt für das Wohl des Menschen wird oft noch unterschätzt.
Quelle: 
Ronny Overhate auf Pixabay

Im Mai legte der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) mit dem „Global Assessment“ erstmals einen umfassenden Bericht zum Rückgang der Artenvielfalt und zum Zustand der Ökosysteme vor. Das Fazit der internationalen Expertengruppe ist alarmierend: Noch nie war das Artensterben so gravierend wie derzeit. Etwa eine Million der derzeit bekannten acht Millionen Tier- und Pflanzenarten ist im Laufe der nächsten Jahre vom Aussterben bedroht, wenn der Mensch seine Lebensweise nicht ändert, so die Autoren des IPBES-Berichts.

Neue Lösungsansätze zum Schutz der Artenvielfalt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat zum Thema Biodiversitätsforschung nun eine neue Fördermaßnahme gestartet: Unter dem Titel „Wertschätzung und Sicherung von Biodiversität in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“ werden sozial-ökologisch orientierte Verbundprojekte mit inter- und transdisziplinären Forschungsansätzen gefördert.

Die neue Fördermaßnahme ist Teil der „Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt“, die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek auf dem FONA-Forum im Mai in Berlin vorstellte. Etwa 200 Mio. Euro sollen für entsprechende Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in den kommenden fünf Jahren bereitgestellt werden. Vor dem Hintergrund des IPBES-Berichtes appellierte die Ministerin: „Wir müssen neu denken, um die Artenvielfalt zu schützen. Wir brauchen Lösungswege, die eine praktische Umsetzung ermöglichen."

Biologische Vielfalt und Naturkapital sichern

Die Forschungsförderung ist daher ausdrücklich an eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlern mit Akteuren aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik gebunden. Drei Themenfelder werden gefördert: 

  • Politikinstrumente und Governancestrukturen zur Erhaltung, Sicherstellung und Förderung von biologischer Vielfalt: Betrachtet werden Möglichkeiten und Grenzen sowie Effektivität von aktuellen und potenziellen Politikinstrumenten und Governancestrukturen zur Steuerung des Verhaltens von Entscheidungsträgern.
  • Naturkapital in Unternehmen: Hier steht die Sicherung und Wertschätzung von Naturkapital in Unternehmen aus verschiedenen Sektoren und Branchen im Fokus. Dies betrifft vor allem Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, aber auch Unternehmen aus anderen Bereichen, beispielsweise Wasserwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Handel, Textilindustrie oder Bergbau.
  • Wertschätzung von biologischer Vielfalt in der Gesellschaft und integrierte Wege zur Transformation in Richtung Nachhaltigkeit in politisch-administrativer Praxis, Wirtschaft und Gesellschaft: Hier geht es um gesellschaftliche Fragen, die für die Bewertung und Wertschätzung von Biodiversität eine Rolle spielen. Es sollen Wege aufgezeigt werden, wie Verhaltensänderungen in politisch-administrativer Praxis, Wirtschaft und Bürgerschaft verwirklicht werden können, und welche Wirkungen dadurch erzeugt werden könnten.

Die Forschung soll auch zeigen, wie sich politische, unternehmerische und gesellschaftliche Entscheidungen konkret auf Ökosystemleistungen, Artenvielfalt und das Wohlbefinden der Menschen auswirken. Dafür sollten Konzepte erarbeitet werden, die eine ökologische sowie ökonomische Bewertung dieser Entscheidungen ermöglichen und zugleich neue Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität auf den Weg gebracht werden.

Die Projektförderung erfolgt in zwei Stufen. Antragsberechtigt sind neben Hochschulen und außerhochschulischen Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die ihren Sitz in Deutschland haben. Förderanträge können bis zum 13. September 2019 eingereicht werden. Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme wurde der Projektträger Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) beauftragt. Ansprechpartner sind Stephanie Lorek und Ingo Becker.

 BMBF/bb

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