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25.07.2019

Biobasierter Dünger auf dem Prüfstand

Mit europäischen Partnern untersuchen Forscher des Julius-Kühn-Instituts, inwieweit Rohstoffe für biobasierten Dünger mit Schadstoffen belastet sind.

Die Bestimmung des Einflusses von Schadstoffen auf das Pflanzenwachstum erfolgt im Gefäßversuch.
Die Bestimmung des Einflusses von Schadstoffen auf das Pflanzenwachstum erfolgt im Gefäßversuch.
Quelle: 
JKI

In der Landwirtschaft spielen mineralische Dünger eine große Rolle, um Pflanzen optimal mit Nährstoffen zu versorgen. Doch diese Dünger sind problematisch: Sowohl ihre energieintensive Herstellung als auch ihr Import belasten das Klima. Außerdem sind die Vorräte, die sich wirtschaftlich abbauen lassen, endlich und wohl in wenigen Jahrzehnten erschöpft. Biobasierten Düngemitteln kommt deshalb eine wachsende Bedeutung zu – doch auch sie können ihre Probleme haben.

Alternative Stoffströme identifizieren

Derzeit sind in Europa vor allem organische Düngemittel aus Gülle, Mist, Klärschlamm und Gärresten etabliert. Im EU-Forschungsprojekt LEX4BIO wollen Wissenschaftler des Julius-Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig nun weitere geeignete Stoffströme wie zum Beispiel Abfälle aus papier- und holzverarbeitenden Betrieben identifizieren. Die verschiedenen Alternativen werden daraufhin untersucht, welchen Nährstoffgehalt sie aufweisen und welche organischen Belastungen möglicherweise vorliegen.

Organische Schadstoffe bestimmen

„Dazu zählen zum Beispiel Rückstände von Medikamenten, wobei wir uns auf die Analytik von Antibiotikarückständen spezialisiert haben. Wir planen zusätzlich ökotoxikologische Verfahren weiterzuentwickeln, um die möglichen Risiken verschiedener Düngemittel beurteilen zu können“, erläutert Elke Bloem vom JKI. Zu diesem Zweck analysieren die Forscher in Pflanzgefäßen, wie sich die unterschiedlichen Dünger auf das Pflanzenwachstum und das Bodenleben auswirken.

Kreislaufwirtschaft voranbringen

Das Projekt soll zum einen die Technologien entwickeln, die erforderlich sind, um sichere biobasierte Dünger herzustellen. Das soll zudem die Kreislaufwirtschaft fördern. Zum anderen wollen die Forscher parallel die EU-weite Harmonisierung bodenanalytischer Methoden voranbringen. Die EU fördert das Vorhaben im Programm „Horizon 2020“ über vier Jahre mit insgesamt 6 Mio. Euro. 21 Partner aus 14 Ländern sind daran beteiligt.

bl

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