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03.08.2017

Bessere Agrardaten aus dem All

Würzburger Forscher entwickeln neue Verfahren zur Bestimmung von Pflanzenwachstum und Bodenfeuchte anhand von Satellitendaten.

Satellitendaten aus dem All liefern Landwirten Informationen zu Wetter, Bodenbedingungen, Pflanzenwachstum und Schädlingsbefall.
Satellitendaten aus dem All liefern Landwirten Informationen zu Wetter, Bodenbedingungen, Pflanzenwachstum und Schädlingsbefall.
Quelle: 
ESA/ATG medialab

Satellitendaten spielen schon heute eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft. Sie helfen beispielsweise mit Wetterdaten und Informationen zu Bodenfeuchte und -beschaffenheit das Pflanzenwachstum und den Einsatz von Düngemitteln zu optimieren. Satellitendaten sind auch eine technische Voraussetzung für die sogenannte Präzisionslandwirtschaft („Precision farming“), bei dem präzise der Wasser-, Dünger-, und Pflanzenschutzmittelbedarf ermittelt wird und anschließend einzelne Pflanzen bedarfsgerecht versorgt werden. So können Kosten für Betriebsmittel gesenkt und gleichzeitig der Ertrag gesteigert und die Umwelt geschont werden. Damit sind Satellitendaten eine wichtige Voraussetzung zur nachhaltigen Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft.

Fernerkundungsdaten für die Landwirtschaft

An der Universität Würzburg werden mit dem Forschungsvorhaben GLAM.DE unter Leitung von Christopher Conrad, Professor am Lehrstuhl für Fernerkundung, innovative Verfahren zur Bestimmung von Pflanzenwachstum, Biomasse und Bodenfeuchte anhand von Satellitendaten entwickelt. Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit einer Fördersumme von 400.000 Euro.

Datenerhebung und Datenvalidierung

Östlich der Kleinstatt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern verfügt Deutschland über ein 30.000 Hektar großes Umweltmessnetz. Hier werden im Projekt DEMMIN am Boden Daten gesammelt, um die Messmethoden auf Basis von Satellitendaten weiterzuentwickeln. „DEMMIN liefert uns einen Datenschatz, der es erlaubt, kontinuierlich das Monitoring von Agrarräumen mit Satellitendaten zu verbessern“, erklärt Eric Borg vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Mitinitiator der Anlage war. Wesentliche Elemente dabei seien die Sicherstellung von Standards und der Datenqualität, so Daniel Spengler vom GeoForschungsZentrum (GFZ), das 2011 ergänzende Messinstrumente für DEMMIN geliefert hat.

Einbindung in internationales Projekt

Als erster Meilenstein des Forschungsvorhabens konnte der deutsche Bodenmess- und Validationsort DEMMIN inzwischen der internationalen Initiative JECAM (Joint Experiment of Crop Assessment and Monitoring) angeschlossen werden. „Die Anbindung an JECAM verschafft uns Zugang zu vielen weiteren Messdaten, die an anderen Standorten der Erde erhoben werden“, so Conrad. Das biete optimale Voraussetzungen, um neue Verfahren zur Bestimmung von Pflanzenwachstum, Biomasse und Bodenfeuchte aus Satellitendaten zu entwickeln und diese dann weltweit in verschiedenen Agrarregionen zu überprüfen.

bp

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