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07.05.2019

Bauen mit Recyclingmaterial

Auf der Bundesgartenschau präsentieren Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie einen Pavillon, der nur aus wiederverwendeten oder -verwerteten Komponenten besteht.

Der Mehr.WERT.Pavillon auf der BUGA 2019 Heilbronn besteht aus wiederverwendeten und -verwerteten Materialien.
Der Mehr.WERT.Pavillon auf der BUGA 2019 Heilbronn besteht aus wiederverwendeten und -verwerteten Materialien.
Quelle: 
2hs / Zooey Braun

„Wir haben die Chance genutzt und auf der BUGA Heilbronn einen Pavillon geschaffen, der anschaulich zeigt, welche Ressourcen sich in unserem Abfall verbergen, gerade für den Bausektor“, freut sich Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller. Objekt seiner Freude ist ein komplett aus wiederverwerteten und wiederverwendeten Komponenten hergestellter Bau für die Bundesgartenschau 2019, an dem ein Team des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) beteiligt war. Der Pavillon ist Teil des Projekts „Mehr.WERT“, das Ministerium, KIT und die Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn gemeinsam betreiben.

Kraftwerk-Rückbau, Altglas und Porzellanbruch

Mit dem Pavillon wollen die Projektpartner darauf aufmerksam machen, welche Wertstoffe in urbanen Abfällen verborgen sind. So stammt der tragende Stahl aus dem Rückbau eines Kohlekraftwerks. Die Fassade ist aus Glaskeramik und dem Dämmmaterial Schaumglas konstruiert – beide Stoffe bestehen aus wiederverwertetem Glas. Die Bodenplatte kombiniert Beton- und Ziegelbruch, Porzellananbruch, mineralischen Bauschutt und direkt wiederverwertete Klinkersteine.

Alte Jeans, Schneidebretter und Haushaltsabfälle

Auch im Inneren setzt das Team auf Recycling: Der Tresen besteht aus wiederverwerteten Textilfasern aus weißer Baumwolle und Jeansstoffen. Die Arbeitsplatte formten die Wissenschaftler aus ehemaligen Küchenschneidebrettern. Hocker und Stühle produzierten sie im 3D-Druck aus Kunststoff-Haushaltsabfällen.

Fazit: Kreislaufwirtschaft heute schon möglich

Am Ende wird auch der Pavillon selbst komplett wiederverwertbar sein: „Der Mehr.WERT.Pavillon bedient sich einerseits der bestehenden urbanen Mine, stellt aber gleichzeitig auch ein Materiallager dar, dessen Ressourcen nach der Bundesgartenschau wieder vollständig zur Verfügung stehen“, erläutert Felix Heisel, Forschungsverantwortlicher im Fachgebiet Nachhaltiges Bauen am KIT. Sein Kollege Dirk Hebel fordert: „Gerade im Bauwesen ist ein Umdenken möglich, denn hier können wir heute schon die Kreislaufwirtschaft etablieren. Wir müssen es nur wollen und tun.“

bl

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