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14.05.2019

Bauen mit Holznägeln

Forscher aus Wismar und Hamburg wollen den Holznagel für den Einsatz im ökologischen Holzbau weiterentwickeln.

Die meisten Nägel bestehen aus Metall. Das Pendant aus Holz konnte sich selbst im Ökobau noch nicht durchsetzen.
Quelle: 
Pixabay

Ob aus Stahl oder Aluminium, lang oder kurz: Nägel sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Metallstifte sind vor allem im Holzbau ein wichtiges Element, um einzelne Bauteile zu verbinden. Für eine Europalette sind beispielsweise 78 Stahlnägel nötig, um die einzelnen Bretter zu befestigen. Bei jährlich rund 400 Millionen gefertigten Paletten sind das knapp 200.000 Tonnen Stahl. Hans Korte ist überzeugt, dass das auch anders geht. Gemeinsam mit der Universität Hamburg und einer österreichischen Firma für Nageltechnik will der Wismarer Holzwirt umweltfreundliche Nägel entwickeln – und zwar aus Holz.

Rohstoffe und Energie einsparen

Holznägel gibt es durchaus. Sie bestehen aus Furnier und Kunstharz. Obwohl die hölzerne Alternative viele Vorteile hat, ist sie noch immer ein Nischenprodukt. „Beispielsweise können die Holznägel energiesparender hergestellt werden und sind leichter, was vor allem bei Transportverpackungen wie Paletten weitere Rohstoffe einspart“, erklärt Korte. Außerdem gebe es keine Farbveränderungen beim verarbeiteten Holz, die Wärmeleitfähigkeit sei deutlich geringer und Holznägel wesentlich schwerer herauszuziehen als das stählerne Pendant. Ein weiterer Vorzug der Holznägel: Ausgediente genagelte Produkte wie Europaletten könnten problemloser wiederverwertet werden.

Holznägel für den ökologischen Holzbau attraktiv machen

Zugleich gibt es viele unbekannte Faktoren, die bisher den breiten Einsatz der Holznägel behindern. So ist wenig darüber bekannt, wie das Holz nach dem Einschlagen des Nagels reagiert, und ob sie Frost und Belastungen wie langem Vibrieren standhalten. „Das wollen wir klären, um so ihren Einsatz im ökologischen Holzbau, beim Herstellen von Paletten sowie im Forst-, Garten- und Landschaftsbau zu ermöglichen“, sagt Korte. In den nächsten drei Jahren will das Team um den Wismarer Holzwirt mehr über die Zusammensetzung der Holznägel und deren Verarbeitung herausfinden und im besten Fall, wie Korte betont, für einen breiteren Markt attraktiv machen. 

Die Entwicklung des Holznagels wird von der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit knapp 276.000 Euro gefördert.

bb

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