Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein, das Land zwischen Nord- und Ostsee, sieht sein bioökonomisches Potenzial gemäß der geografischen Lage, vorwiegend maritim geprägt. Ein Masterplan Bioökonomie soll entwickelt werden. Wichtige Themen sowohl für den Wirtschafts- als auch für den Wissenschaftsstandort sind nachhaltige Aquakultur, die marine Biotechnologie und eine nachhaltige Energieversorgung. Forschung und Entwicklung in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Bioökonomie sowie die Clusterbildung sollen entsprechend, auch über Landesgrenzen hinweg, gefördert werden.

Politische Grundlagen

Bereits seit 2003 dient die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Schleswig-Holstein als politischer Handlungsrahmen. 2016 beschließt die Landesregierung, die Landesentwicklungsstrategie und die Fachstrategien des Landes an den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (UN) auszurichten, um so einen Beitrag zur nationalen und internationalen Zielerreichung zu leisten.

In der Regionalen Innovationsstrategie von 2014 wird der Bioökonomie eine wichtige Funktion sowohl beim Ressourcenschutz als auch beim Gelingen der Energiewende zugeschrieben. Der zu entwickelnde Masterplan Bioökonomie Schleswig-Holstein soll als Teilstrategie die Innovationsstrategie ergänzen. Ein wichtiges Element zur Erreichung der strategischen Ziele im Kontext der Energiewende und einer CO2-ärmeren Wirtschaft ist die Positionierung und Weiterentwicklung Schleswig-Holsteins als maritim geprägter Standort. Potenzial wird vor allem in der nachhaltigen, modernen Aquakultur, der marinen Biotechnologie und im Bereich der Anlagentechnik identifiziert.

Bereits im 2007 erstellten MasterplanMaritime Technologien in Schleswig-Holstein wird die Marine Biotechnologie als entwicklungsfähige und zukunftsweisende Querschnittstechnologie genannt. Auch der Masterplan Marine Biotechnologie, der 2012 erstellt wurde, enthält bioökonomische Anforderungen: „Die Marine Biotechnologie soll mit erheblicher Wertschöpfung einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit und Lebensqualität der Menschen leisten und dabei gleichzeitig die Meeresökosysteme und ihre natürlichen Ressourcen schützen und erhalten.“ Allein für Schleswig-Holstein nennt der Masterplan Marine Biotechnologie 14 Wissenschafts- und Forschungseinheiten und 26 zumeist kleine Unternehmen, die sich mit Mariner Biotechnologie beschäftigen.

Die Weiterentwicklung regionaler Aktivitäten und die Clusterbildung wird insbesondere für die Spezialisierungsfelder der Regionalen Innovationsstrategie gefördert, auch über die Landesgrenzen hinaus.

Im Jahr 2015 unterzeichneten Handlungsplan für die regionale Zusammenarbeit 2016/2017 beschließen die Landesregierung Schleswig-Holsteins und die dänische Region Seeland zukünftig enger zusammenzuarbeiten. Ein erster Schritt soll sein, die Akteure aus Bioökonomie, e-Health und Telemedizin zusammenzubringen, um Potenziale und Kooperationsmöglichkeiten zu erschließen.

Forschungslandschaft

Neun staatliche Hochschulen mit einer breiten Fächerbasis und hochschulspezifischen Forschungsschwerpunkten gibt es in Schleswig-Holstein. Ergänzt wird das Spektrum durch zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wie z. B. das GEOMAR, das Helmholtz-Zentrum Geesthacht, das Forschungszentrum Borstel und die Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik (EMB).

Betrachtet man die Forschungskompetenzen im Land Schleswig-Holstein, so zeigen sich – entsprechend der Spezialisierungsfelder der Regionalen Innovationsstrategie – Stärken insbesondere in den folgenden Gebieten:

Meeresforschung / Maritime Technologien, Medizintechnik/Life Sciences, Erneuerbare Energien, Ernährungswirtschaft, IKT.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) konnte beispielsweise in zwei Förderperioden der Bundesexzellenzinitiative bereits drei Projekte einwerben. Darunter das Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“. Die Ozeane spielen eine wichtige Rolle für das globale Klima, gleichzeitig bieten sie für den Menschen nutzbare Ressourcen, in Form von Nahrung, Medizin und Energie. Unter Leitung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wird gemeinsam mit den ebenfalls in Schleswig-Holstein ansässigen außeruniversitären Partnern GEOMAR I Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, Institut für Weltwirtschaft (IfW) sowie der Muthesius Kunsthochschule an diesen Themen geforscht.

Biomasse trägt schon heute erheblich zur Energieversorgung Schleswig-Holsteins bei. Um das Potenzial, das in Biomasse steckt – sowohl für die energetische als auch für die stoffliche Nutzung – zu erschließen, wurde bereits seit 2009 das Kompetenzzentrum Biomassenutzung in Schleswig-Holstein aufgebaut. Partner aus Forschung und Wirtschaft erarbeiteten Lösungen für die nachhaltige Biomassenutzung. 2015 wurde das Kompetenzzentrum Biomassennutzung Teil des Kompetenzzentrums Erneuerbare Energien und Klimaschutz.