Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Bekannt ist Rheinland-Pfalz vor allem für den Weinanbau. Neben der Land- und Forstwirtschaft prägen die Chemie- und die Pharmaindustrie, die Automobilindustrie sowie der Maschinenbau und die Ernährungsbranche das Land. Eine spezifische Bioökonomie-Strategie gibt es nicht. Lebenswissenschaften und Energie, Umwelttechnik und Ressourceneffizienz werden jedoch als Potenzialbereiche in der 2014 beschlossenen Regionalen Innovationsstrategie genannt.

Politische Grundlagen

Integraler Bestandteil der rheinland-pfälzischen Innovationsstrategie sind Energie, Umwelttechnik und Ressourceneffizienz. Die Beförderung von Umweltinnovationen unter anderem zur Steigerung der innovationsorientierten Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz der Wirtschaft, ist eines der Querschnittsziele der Innovationsstrategie in Rheinland-Pfalz.

Bereits seit 2001 gibt es in Rheinland-Pfalz eine Nachhaltigkeitsstrategie. Diese wird regelmäßig fortgeschrieben und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Zu den Kernthemen der Fortschreibung 2015 zählen nachhaltiges Wirtschaften, Ressourcen- und Klimaschutz sowie der Erhalt der biologischen Vielfalt. Besonderes Augenmerk liegt auf der Nutzung erneuerbarer Energien, auf energie- und ressourceneffizientem Wirtschaften hin zur Schließung von Stoffkreisläufen, also einer echten Kreislaufwirtschaft.

Die Kreislaufwirtschaft wird durch die Landesregierung mit einer Reihe von Maßnahmen gefördert. Im rheinland-pfälzischen Bündnisses „Kreislaufwirtschaft auf dem Bau“ verpflichten sich die Mitglieder, die Kreislaufwirtschaft im Bausektor zu fördern. Bei Landesbaumaßnahmen soll der Einsatz von gütegesicherten recycelten Baustoffen bereits in der Planungsphase sowie bei der Ausschreibung berücksichtigt werden.

Das 2009 eingerichtete Cluster "Holzbau-Cluster RLP" verfolgt das Ziel, die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz zu stärken und vorhandene Netzwerkstrukturen weiter zu entwickeln. Ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Nutzung ist beispielsweise das Null-Emissions-Sägewerk in Dudeldorf/Eifel. Der Energiebedarf für Strom und Heizung wird vollständig durch regenerative Energien gedeckt, Gebäudehülle und Tragwerk wurden komplett mit Holz aus der heimischen Eifelregion errichtet.

Forschungslandschaft

Zur Forschungslandschaft in Rheinland-Pfalz zählen vier Universitäten und sieben staatliche Hochschulen. An bioökonomisch relevanten Themen wird vor allem an den Hochschulen gearbeitet. So liegen die Forschungsschwerpunkte der Hochschule Bingen bei den Themen Energie, Mobilität, Informationstechnik sowie Agrarwirtschaft und Umwelt.

An der Hochschule Trier beschäftigen sich die Wissenschaftler und Studierenden mit Technologien für nachhaltige Entwicklung, Stoffstrommanagement, der Energie- und Umwelttechnik, der Informationstechnik und den Lebenswissenschaften. Insbesondere der  Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier verfügt über ein breites Angebot an nachhaltigen und zukunftsorientierten Studiengängen wie z. B. Bio- und Pharmatechnik, nachhaltige Ressourcenwirtschaft, Umwelt- und Wirtschaftsinformatik, Sustainable Change.

Aber auch an der Universität Kaiserslautern widmet man sich bioökonomischen Themen. So war die Technische Universität Kaiserslautern 2013 bei der Ausschreibung der Carl-Zeiss-Stiftung im Programm zur Stärkung der Forschungsstrukturen an Universitäten erfolgreich. Dem Landesforschungsschwerpunkt NanoKat, der bereits seit 2008 durch die Forschungsinitiative des Landes-Rheinland-Pfalz gefördert wird, wurde 1 Million Euro zur Verfügung gestellt, um neue Prozesse zur ressourceneffizienten Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln. Aus diesem Landesforschungsschwerpunkt heraus entstand das Zentrum für ressourceneffiziente Chemie und Rohstoffwandel (RCR). Ziel des Zentrums ist die Entwicklung innovativer Wege in der Chemie und Verfahrenstechnik im Bereich der Umwandlung biogener Rohstoffe in Wertstoffe.

Das RCR kooperiert eng mit dem FH-Uni-Forschungskolleg MAGNENZ. RCR und MAGNENZ haben die gemeinschaftliche Etablierung neuer Stoffwandlungsketten im Fokus, um nachhaltige Beiträge zur Bioökonomie zu liefern.