Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwar bislang keine spezifische Bioökonomiestrategie, dennoch möchte das Land seinen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Strategie leisten. 2013 wurde daher ein Expertengremium berufen, um die bioökonomischen Potenziale Mecklenburg-Vorpommerns zu analysieren. Das dünn besiedelte Land ist geprägt durch Ackerbau, Holzwirtschaft und Fischfang, hat aber auch großes Potential in den Life Sciences. Außerdem verfügt Mecklenburg-Vorpommern über exzellente Forschungseinrichtungen, vorwiegend im Bereich der Agrarwirtschaft.

Politische Grundlagen

Bereits seit 2001 fördert BioCon Valley, eine Initiative für Gesundheitswirtschaft und Life Sciences in Mecklenburg-Vorpommern, mit Unterstützung der Landesregierung die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Zwischen 2011 und 2014 war BioCon Valley federführender Partner im Projekt „Eco4Life“, Projektziel war die regionalen Kompetenzen der Küstenregionen Polens, Litauens und Mecklenburg-Vorpommerns im Bereich der Bioökonomie zu vernetzen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern. Im Rahmen dieses Projektes wurde 2013 eine „Potenzialanalyse Portfolio Bioökonomie Mecklenburg-Vorpommern“ erstellt. Mecklenburg-Vorpommern ist ländlich geprägt, etwa 20% des Landes sind mit Wald bedeckt, zudem verfügt das Land über eine etwa 2000 km lange Küstenlinie. Vorherrschend sind Ackerbau, Holzwirtschaft und Fischfang, ergänzt durch Aquakultur, Algen- und Seegrasnutzung – sowohl pflanzliche als auch tierische und marine Biomasse ist demnach ausreichend vorhanden.

Im März 2014 wurde die Regionale Innovationsstrategie 2020 des Landes vom Strategierat Wirtschaft-Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern verabschiedet. Mit dieser Strategie legt die Landesregierung ein Gesamtkonzept für die Ausgestaltung der Förderpolitik bis 2020 vor, das sich an den Besonderheiten des Landes orientiert. Der Rat identifizierte sechs Zukunftsfelder für Mecklenburg-Vorpommern – alle haben einen relevanten Bezug zur Bioökonomie.

  • Gesundheit/Life Sciences
  • Energie und Klima
  • Information und Kommunikation
  • Ernährung
  • Mobilität
  • Nachhaltige Produktionstechniken und neue Werkstoffe, insbesondere im Maschinenbau

Diese Zukunftsfelder sollen gefördert und perspektivisch zu Innovationsclustern entwickelt werden. Die Forschungs- und Innovationspolitik Mecklenburg-Vorpommerns setzt auf Vernetzung, Interdisziplinarität und die enge Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft.

Forschungslandschaft

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über exzellente universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Zwei Universitäten und fünf Fachhochschulen sind im Land angesiedelt. Dazu kommen Institute der Fraunhofer- und der Max-Planck-Gesellschaft, sowie der Leibniz- und der Helmholtz-Gemeinschaft. Als besonders relevant für die Bioökonomie sind hier zu nennen das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie, das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie sowie das Leibniz-Institut für Ostseeforschung. Relevante Bundes- und Landesforschungsanstalten sind beispielsweise das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems oder das Julius-Kühn-Institut (JKI).

An der Universität Rostock befasst sich insbesondere die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät mit bioökonomischen Themen. Hier startete im Januar 2017 das Projekt „WETSCAPES“. Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Ökosysteme – die Projektpartner untersuchen die Grundlagen für eine nachhaltige, schonende Bewirtschaftung der Niedermoore und feuchten Küstenstandorte. Das Projekt wird im Rahmen des Exzellenzforschungsprogramms des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit ca. 5 Mio. Euro bis 2021 gefördert.

Auch die Universität Greifswald ist an diversen Projekten im Bereich Bioökonomie beteiligt. Sie ist Partner im Norddeutschen Zentrum für Mikrobielle Genomforschung (NZMG), ein Zusammenschluss von sechs norddeutschen Forschungseinrichtungen. Ziele des NZMG sind die mikrobielle Genomforschung voranzutreiben, die gemeinsame Nutzung von Technologieplattformen sowie eine vernetzte Nachwuchsförderung.

Anfang 2016 wurde der Bau eines Zentrums für Life Science und Plasmatechnologie auf dem Campus  Greifswald bewilligt. Ein Schwerpunkt des Zentrums, das bis 2019 fertiggestellt sein soll, ist neben Plasmatechnologie die Bioökonomie.

Gemeinsam mit der IHK Neubrandenburg organisiert die Universität Greifswald im November 2017 bereits die dritte BioÖkonomieKonferenz in Anklam.

      

WEITERE INFORMATIONEN

Länderübergreifende Projekte im Bereich Bioökonomie:

Baltic Blue Biotech Alliance

InnoAquaTech