Hessen

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Hessen verfügt als traditionell starker Standort der Chemie- und Pharmaindustrie, mit den ansässigen Unternehmen und Verbänden, Forschungseinrichtungen sowie einer sehr guten Infrastruktur über ideale Voraussetzungen, eine Vorreiterrolle in der Bioökonomie einzunehmen. Derzeit sind in Hessen im Bereich der Bioökonomie über 60 Unternehmen mit 16.000 Mitarbeitern tätig, die einen Umsatz von rund 8 Mrd. Euro erwirtschaften. Das Bundesland Hessen sieht in der Bioökonomie eine zentrale Aufgabe und Chance für Politik und Wirtschaft und hat die Weichen entsprechend gestellt.

Politische Grundlagen

Die vom Wirtschaftsministerium und Hessen Trade & Invest in Auftrag gegebene Studie „Die wirtschaftliche Bedeutung der wissensbasierten Bioökonomie in Hessen“ belegt die ausgezeichneten Voraussetzungen für einen Ausbau der Bioökonomie in Hessen. Um die Potenziale stärker zu nutzen, haben Vertreter aus Politik und Wirtschaft gemeinsam ein Positionspapier zur Bioökonomie entwickelt, das im Juni 2016 vom Wirtschaftsministerium veröffentlich wurde. Die hessische Strategie folgt dem europäischen Konzept einer wissensbasierten Bioökonomie, das heißt sie setzt auf Technologien und Innovationen zu effizienten Nutzung biologischer Ressourcen.

In der Broschüre „Biobasierte Technologien der Zukunft" sind die wichtigsten Ziele, Vorteile, Beispiele und Schwerpunkte zusammengefasst. Der Themenfokus der hessischen Bioökonomie liegt auf innovativen Technologien der Bereiche Chemie, Pharma, biobasierte Funktionsmaterialen, Bioenergie und Anlagenbau. Neben einer sehr gut ausgebauten Infrastruktur verfügt Hessen über 14 für die Bioökonomie relevante Kommunikationsplattformen.

Forschungslandschaft

In Hessen wird an 20 Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Bioökonomie geforscht. Eine wichtige Fördermaßnahme ist die hessische Landesoffensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökologischer Exzellenz (LOEWE). Damit unterstützt das Land unter anderem das Zentrum für Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO), das seit 2010 gemeinsam von der Philipps-Universität Marburg und dem Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie betrieben wird.

Das LOEWE-Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen (ZIB) ist europaweit das erste Zentrum für „gelbe Biotechnologie“ (Insektenbiotechnologie). Ihm kommt deshalb eine Vorreiterrolle in dem sehr jungen und innovativen Forschungsfeld mit hohen Wachstumsprognosen zu. An insgesamt sechs Standorten in Gießen und Frankfurt werden hier basierend auf Insekten neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt, die biotechnologisch in der Medizin, dem Pflanzenschutz oder zu industriellen Zwecken eingesetzt werden können. Weitere Förderschwerpunkte der Landesregierung sind Biotechnologie und Umwelttechnologie.