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31.03.2017

Umdenken in der Agrarpolitik gefordert

Die europäische Agrarpolitik steht auf dem Prüfstand. Mit der LivingLand-Initiative setzt sich ein breites Bündnis von Umweltverbänden für eine Neuausrichtung ein.

„LivingLand“ setzt sich für eine zukunftsfähige Ernähungs- und Landwirtschaftspolitik in Europa ein.
Quelle: 
LivingLand /Florian Schöne

Ein breites Bündnis aus Verbänden zum Thema Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, Tierschutz und Entwicklungspolitik wirbt für eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik. Hintergrund für den Start der Initiative ist ein Dialogangebot von der EU: Agrarkommissar Phil Hogan hat Anfang Februar eine Bürgerbefragung zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 gestartet. Bis Anfang Mai haben alle Einwohner der Europäischen Union die Chance, ihre Stimme abzugeben, wie die derzeit rund 60 Milliarden Euro Agrar-Subventionen künftig verteilt werden sollen. Die Ergebnisse sollen in die Vorschläge zur Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik einfließen, die Hogan Ende 2017 vorlegen muss.

Um sich in diesem Dialog für eine nachhaltige Landwirtschaft einzusetzen, haben die Umweltverbände BirdLife Europe, das Europäischen Umweltbüro der WWF die Initiative "LivingLand" angestoßen. Die Initiative wirbt europaweit für einen Umbau der EU-Agrarpolitik. In Deutschland engagieren sich in ihr unter anderem der BUND, der Deutsche Naturschutzring (DNR), der NABU und der WWF Deutschland.

Naturverträglicher Wirtschaften

„LivingLand“ setzt sich für eine zukunftsfähige Ernähungs- und Landwirtschaftspolitik  in Europa ein. Die Intensivierung der Landwirtschaft als Konsequenz der bisherigen EU-Förderpolitik führe zum drastischen Rückgang der biologischen Vielfalt, heißt es auf der Webseite. Gerade das europäische Naturerbe sowie das Klima bekämen die Auswirkungen der nicht-ökologischen Landwirtschaft zu spüren. 

Eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft müsse gesund und fair für alle sein, mit kurz- und langfristigem Nutzen für alle Menschen, einschließlich der Landwirte, und für die Natur, wird in einer Mitteilung des NABU betont. Landwirte, die naturverträglich wirtschaften und somit der Gesellschaft einen Dienst erweisen, sollen eine Perspektive haben. Dafür brauche es faire Preise, aber auch eine attraktive Förderung konkreter Leistungen durch die Europäische Union. Pauschale Zahlungen pro Hektar müssten ersetzt werden durch eine gezielte Förderung von Maßnahmen im Natur- und Umweltschutz sowie durch Investitionen in einen nachhaltigen Umbau des gesamten Agrar- und Ernährungssystems.

Bereits 200 Unterstützer aus ganz Europa

LivingLand soll als Bündnis eine Stimme mit deutlich mehr Gewicht werden. Im Rahmen der laufenden Bürgerbefragung haben sich bereits 200 Unterstützer an der Initiative beteiligt. Unter den Unterstützern befinden sich Umweltverbände aus ganz Europa sowie große deutsche Unternehmen wie Alnatura oder der Kosmos-Verlag. Außerdem haben sich viele kleine und mittelständische Unternehmen registrieren lassen ebenso wie verschiedenste Organisationen aus den Bereichen Ernährung, Kosmetik, Wissenschaft, Medien und Tourismus. Noch spätestens bis Ende April sind alle interessierten Verbände und Unternehmen dazu aufgerufen, sich der LivingLand-Initiative anzuschließen. So könne dann auf die Vorschläge des EU-Agrarkommissars entscheidend Einfluss genommen werden.

jmr/pg

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