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10.04.2018

Smarte Sportartikel mit Mikroben

Sportartikelhersteller Puma entwickelt zusammen mit dem MIT in Boston intelligente und biobasierte Laufschuhe und ein T-Shirt, das mithilfe von Mikroben auf Umweltfaktoren reagiert.

Mikroben-Etiketten für T-Shirts des Sportartikelherstellers Puma reagieren auf Umweltfaktoren und verfärben sich je nach Luftqualität.
Quelle: 
PUMA SE

Mittels Armbanduhren und Apps auf dem Smartphone lassen sich inzwischen nicht nur die Ausdauer beim Sport messen, sondern auch das Training im Vorhinein planen und somit die Leistung steigern. Diese „Wearables“ gehören heute selbst bei Hobbysportlern zur Grundausstattung. Doch lässt sich die sportliche Leistung auch durch die Kleidung selbst oder gar die Schuhe kontrollieren und verbessern?

Atmende Sportschuhe und sensible T-Shirts

Genau diese Fragen will das deutsche Sportbekleidungslabel Puma mit seinen neuen Biodesign-Artikeln beantworten. Hierzu gehören laut Hersteller ein atmender Sportschuh, der seine eigenen Luftwege zur individuellen Belüftung entwickelt, wie auch eine lernfähige Einlegesohle, die Müdigkeit verhindern und die Leistung der Athleten verbessern soll. Und auch ein T-Shirt, das mithilfe von Bakterien auf Umweltfaktoren reagiert, sein Aussehen verändert und so den Träger über die Luftqualität informiert, gehört zur neuen Biodesign-Kollektion.

Industrie und Forschung auf der Modemesse

Entstanden sind die neuen, intelligenten Kleidungsstücke aus einer Kollaboration des deutschen Sportbekleidungsunternehmens, dessen Firmenzentrale in Herzogenaurach sitzt, und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) Design Labs in Boston (USA). Zudem waren auch die Ingenieure der zum Patent angemeldeten Plattform Biorealize, eine Ausgründung der Universität von Pennsylvania, an der Entwicklung der smarten Wearables beteiligt. Vorgestellt wird die neue Kollektion Mitte April auf der Mailänder Design Week 2018.

Lebende Materialien für Kleidungsstücke

Bereits seit Sommer 2017 forschen Puma und das MIT Design Lab im Bereich Biodesign. Hierbei werden „lebende“ Materialien wie Algen oder Bakterien zur Herstellung von Produkten verwendet. So kann beispielsweise ein Fußballtrikot aus Spinnenseide oder ein Schuhkarton aus Myzel, der Wurzelstruktur von Pilzen, produziert werden.

Wearables: programmiert und personalisiert

Diese lebenden, biologisch programmierbaren Materialen können außerdem, je nach äußeren Bedingungen und Programmierung, Form und Struktur verändern. Der biologisch aktive, atmende Schuh ermöglicht eine personalisierte Belüftung, indem er seine eigenen Luftkanäle entwickelt, die den Fuß kühl halten sollen. Die lernfähigen Schuheinlagen sollen hingegen die Leistung des Sportlers durch Echtzeit-Biofeedback verbessern. Die Sohle verwendet hierzu Organismen, um lang- und kurzfristige chemische Phänomene zu messen, die Ermüdung und Wohlbefinden anzeigen. Das mit aktiven Mikroben-Etiketten ausgestattete T-Shirt reagiert hingegen auf Umweltfaktoren, indem die Etiketten ihr Aussehen ändern und den Benutzer so beispielsweise über die Luftqualität informieren.  

jmr/ ml

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