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11.11.2016

Smart Farming immer beliebter

Die Digitalisierung der Landwirtschaft schreitet voran. Schon heute nutzt jeder zweite Landwirt Smart Farming in Stall und auf dem Acker, so eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom.

Auch bei der Tierhaltung spielen digitale lösungen eine immer wichigere Rolle.
Ob bei Tierhaltung oder Feldarbeit: Die Hälfte aller Landwirte setzt auf digitale Helfer.
Quelle: 
Birgit Lieske / pixelio.de

GPS und Sensortechnik haben längt die Landwirtschaft erobert. Nicht nur auf dem Acker kann die Digitalisierung die Arbeit der Landwirte erleichtern und effizienter machen. Auch in der Tierhaltung können Funkchips und Co. die Tiergesundheit überwachen und so für höhere Erträge sorgen. Welche Vorteile die Digitalisierung der Landwirtschaft bringt, haben Landwirte und deren Dienstleister erkannt, wie eine aktuelle Umfrage des Digitalverbandes Bitkom und dem Deutschen Bauernverband (DBV) zeigt. Das Ergebnis: Landwirtschaft 4.0 ist in den Höfen angekommen und schreitet rasant voran.

Landwirte investieren in digitale Technik

Der Umfrage zufolge nutzen schon heute 53 Prozent aller Landwirte bei Feldarbeit und Tierhaltung moderne digitale Technologien wie Hightech-Landmaschinen und Fütterungsautomaten. „Die Landwirte erkennen diese Chance und investieren nachhaltig, um diese Entwicklung voranzutreiben. Die Politik auf EU-, Bundes- und Landesebene ist nun gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um dieses Potenzial weiter auszuschöpfen“, betonen Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder und DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken.

Mehr Breitbandanschlüsse und Datensicherheit 

Beim Einsatz von Robotern und Drohnen sind Landwirte derzeit jedoch noch zurückhaltend, wie die Umfrage „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ ergab. Diesbezüglich sehen die Autoren  vor allem Handlungsbedarf beim Ausbau von Breitbandanschlüssen auf dem Land, um das enorme Potenzial der per Funk oder Sensortechnik ermittelten Daten verarbeiten und nutzen zu können. Auch in punkto Datensicherheit und der Regulierung von Drohnen-Einsätzen werden klare Regelungen gefordert. „Big Data eröffnet der Landwirtschaft riesiges Potenzial. So könnte etwa der Aufwand für die immense Nachweis- und Dokumentationspflicht erheblich reduziert werden. Kehrseite sind berechtigte Datenschutzsorgen. Digital erhobene Daten dürfen nicht von Dritten missbraucht werden, sondern müssen optimal geschützt sein“, betont  Rohleder.

Landwirte schätzen Vorteile der Digitalisierung

Dennoch: Zwei Drittel der insgesamt 521 befragten Landwirte und Dienstleister sehen die Digitalisierung als Chance, nur 13 % als Risiko. Gefragt nach den drei wichtigsten Vorteilen von Landwirtschaft 4.0 nennen rund vier von zehn Befragten (39%) die damit verbundene körperliche Entlastung. 37% sehen die höhere Produktionseffizienz, fast ebenso viele (36%) die Zeitersparnis und die geringere Umweltbelastung (31%) als Vorteile. „Der Landwirt wird zudem in die Lage versetzt, die betrieblichen Abläufe ganzheitlicher zu betrachten. Dies verbessert die Ökobilanz im Ackerbau und die Haltungsbedingungen bei den Nutztieren“, sagt Krüsken.

Robotik und Drohnen gehört die Zukunft

Feldroboter werden der Umfrage zufolge für die Landwirtschaft immer wichtiger werden. 43 Prozent der Befragten erwarten, dass 2030 autonome Feldroboter wie BoniRob sehr weit verbreitet oder verbreitet sein werden. Auf noch höhere Werte kommt der Einsatz von Drohnen (45 Prozent) und fahrerlosen Traktoren (49 Prozent).

Verbraucher näher an den Hof bringen

Die Mehrheit der Landwirtschaftsexperten rechnet damit, dass die Digitalisierung den Verbraucher „näher an den Hof“ bringt. So könnte es in 15 Jahren üblich sein, dass Konsumenten per Webcam in den Stall schauen und sich so vom Tierwohl überzeugen und auf digitalem Weg ein Produkt zurückverfolgen. „Die Digitalisierung hilft dabei, den zunehmenden Anforderungen nach Transparenz nachzukommen, sagt Rohleder.

Der Einsatz hochmoderner Technologie in der Landwirtschaft  hat das Ansehen der Branche umgekrempelt und ihr mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit verschafft. Mit ihrer Hilfe können Rohleder zufolge Herausforderungen wie Preisdruck, harte internationale Konkurrenz, weltwirtschaftliche Zwänge sowie steigende Anforderungen an die Qualität von Lebensmitteln und Umweltschutz gemeistert werden. „High-Tech ermöglicht, noch nachhaltiger zu arbeiten, weil dadurch das Tierwohl erhöht wird und die Felder pflanzen- und umweltgerechter bewirtschaftet werden“, so der Bitkom-Chef weiter.

bb

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