Newsletter

Link versenden
03.03.2020

Saatgut mit schützenden Pilzen ummanteln

Um Kartoffeln widerstandsfähiger zu machen, wollen Forscher das Saatgut der Nachschattengewächse mit Nutzpilzen ummanteln und zu einem robusteren Wachstum verhelfen.

Die richtige Saatgutbehandlung soll Kartoffeln auf dem Feld widerstandsfähiger machen.
Die richtige Saatgutbehandlung soll Kartoffeln auf dem Feld widerstandsfähiger machen.
Quelle: 
Catkin/Pixabay; CC0

Kartoffeln sind in vielen Ländern ein wichtiges Grundnahrungsmittel. In Folge des Klimawandels sind die Ernten jedoch zunehmend durch Extremwetter und Schädlingsbefall gefährdet. Wissenschaftler der Hochschule Rhein-Waal und der FH Bielefeld wollen gemeinsam mit den Industriepartnern BIOCARE und Feldsaaten Freudenberger das Kartoffelsaatgut so vorbehandeln, dass die jungen Pflanzen widerstandsfähiger sind.

Schutz vor Nematoden

Das Forschungsprojekt „Entwicklung von innovativen Formulierungsverfahren mit Nutzpilzen als neuartige Pflanzenstärkungsmittel für die Kartoffelfruchtfolge“ (FORK) soll sowohl die Behandlung des Saatgutes mit chemischen Pflanzenschutzmitteln optimieren und auch den biologischen Pflanzenschutz. Für letzteres soll das Saatgut mit Pilzkulturen ummantelt werden. Sie beeinflussen das Mikrobiom der Pflanze und können deren Nährstoffversorgung verbessern oder mikrobielle Schädlinge verdrängen. Außerdem wollen die Forscher auf diesem Weg die Bodenvoraussetzungen für eine Zwischenfrucht verbessern, die ihrerseits wieder für bessere Bedingungen für die Kartoffel sorgt. So kann die Zwischenfrucht im Herbst das Vorkommen von Fadenwürmern verringern, die sonst die Knollenpflanze im nächsten Frühjahr schädigen würden. Auch das Saatgut der Zwischenfrucht, beispielsweise der Bienenweide, soll mit Nutzpilzen ummantelt werden.

Potenzial auch für andere Nutzpflanzen

„Aufgabenschwerpunkt an der Hochschule Rhein-Waal sind die Wirksamkeitstests der entwickelten Produkte im System Pflanze-Boden in Gefäßversuchen im Klimahaus und mittels Laboranalysen“, erläutert Projektleiter Florian Wichern von der Hochschule Rhein-Waal. Darüber hinaus werde die Wirksamkeit der Verfahren auch im Feld in Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben getestet. „Der Schwerpunkt der Forschung bei uns an der FH liegt darauf, die Formulierungen zu entwickeln“, ergänzt Jakobs-Schönwandt von der FH Bielefeld. „Das bedeutet, dass wir sicherstellen, dass alle Bestandteile des Coatings aktiv arbeiten und somit die Pflanze stärken.“ Bei Erfolg könnte die Methode auf das Saatgut anderer Nutzpflanzen übertragen werden.

FORK wird vom Bundesforschungsministerium mit 330.000 Euro für die Hochschule Rhein-Waal und 400.000 Euro für die FH Bielefeld gefördert.

bl

Back to top of page