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09.05.2017

Plattform Nachhaltigkeit 2030 gestartet

Damit Deutschland seine Nachhaltigkeitsziele erreichen kann, steht der Bundesregierung nun die „Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030“ beratend zur Seite.

Nachhaltigkeit, FONA, Agenda 2030 , UN, SDG
Beim 13. FONA-Forum Bundesforschungsministerin Johanna Wanka eine neue Wissenschaftsplattform vor.
Quelle: 
FONA – Forschung für Nachhaltige Entwicklung

Deutschland gilt als Vorreiter bei der Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren insgesamt 17 Zielen zur nachhaltigen Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDG). Die Ziele decken das breite Spektrum der Bedürfnisse von Mensch, Umwelt und Wirtschaft ab: Von der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, Bildung und Gesundheit, Frieden, Gerechtigkeit und dem Kampf gegen die Armut, über den Klima- und Artenschutz bis hin zu nachhaltigem Konsum, einer umweltfreundlichen Energieversorgung und einer starken Wirtschaft.

Initiative des Kanzleramts

Alle Länder stehen nun gleichermaßen in der Pflicht, diese Ziele umzusetzen. So ist die Agenda 2030 der Vereinten Nationen hierzulande unter Federführung des Kanzleramts in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie gemündet. Im Januar 2017 ist sie vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Damit wurden durch Initiative des Bundeskanzleramts auch die Weichen für eine neue Wissenschaftsplattform gestellt, die beim 13. BMBF-FONA-Forum von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka am 9. Mai in Berlin vorgestellt wurde. Zu der Veranstaltung der deutschen Nachhaltigkeitsforschungsszene waren rund 500 Teilnehmer in die Telekom-Hauptstadtrepräsentanz gekommen.

Die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 soll künftig als Forschungsverbund, Think-Tank und Dialogforum entsprechende Empfehlungen für die Politik erarbeiten. Der sogenannte Lenkungskreis der Plattform setzt sich aus 26 führenden Vertretern aus Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Aufbau und Arbeit der Wissenschaftsplattform wird neben dem Bundeskanzleramt von vier Bundesministerien begleitet, dem Bundesumweltministerium, dem Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), und dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Nachhaltigkeit, FONA, Agenda 2030 , UN, SDG
Quelle: 
FONA – Forschung für Nachhaltige Entwicklung

Rund 500 Teilnehmer waren zum 13. FONA-Forum gekommen.

Ideen aus der Wissenschaft praxisnah umsetzen

„Wir bringen die Erkenntnisse aus der Wissenschaft mit den Kräften der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft für die Nachhaltigkeit zusammen. Die neue Wissenschaftsplattform arbeitet dabei streng wissenschaftsgeleitet“, sagte Wanka. Ziel sei es, die Ideen aus der Wissenschaft schneller praxisnah umzusetzen. Zu jedem der 17 Nachhaltigkeitsziele gebe es für sich in Deutschland bereits Forschungsaktivitäten. „Die Plattform soll helfen, dieses Wissen stärker zu vernetzen und Prioritäten zu setzen, damit wir die Ziele gemeinsam erreichen“, sagte Wanka bei einer Pressekonferenz.  Demnach werden zunächst bis 2018 1,3 Mio. Euro für die Wissenschaftsplattform bereitgestellt. Ingesamt investiere der Bund bis 2020 rund 2 Mrd. Euro für die Nachhaltigkeitsforschung im Rahmen von FONA.

Auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier betonte vor dem Plenum die Bedeutung von Forschung und Innovationen: „Der Wissenschaft kommt eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung unserer Welt zu. Neue Forschungserkenntnisse und wissenschaftliche Konzepte sind entscheidend für den Erfolg der globalen Nachhaltigkeitsziele und der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“, sagte er in Berlin.

Die Wissenschaftsplattform wird vom Lösungsnetzwerk für nachhaltige Entwicklung Deutschland (SDSN Germany), dem Deutschen Komitee für Nachhaltigkeitsforschung (DKN Future Earth) sowie dem Forschungsinstitut für Nachhaltigkeitsstudien IASS getragen und von einem breit besetzten Lenkungskreis gesteuert. Dem Kreis gehört neben Forschern unterschiedlicher Forschungsorganisationen und Universitäten auch Leopoldina-Präsident Jörg Hacker sowie der Vorsitzende des Bioökonomierates, Joachim von Braun, an. Auch Günther Bachmann vom Rat für Nachhaltige Entwicklung, Olaf Tschimpke vom NABU und Klaus Milke von Germanwatch zählen zu dem 26-köpfigen Gremium dazu.

Lenkungskreis mit Triple-Spitze

Die Geschäftsstelle der Wissenschaftsplattform wird am IASS in Potsdam angesiedelt. Patrizia Nanz, Wissenschaftliche Direktorin des IASS, ist eine von drei Co-Vorsitzenden. Sie erläuterte bei der Vorstellung der Plattform, man habe sich im Lenkungskreis noch nicht auf Themen festgelegt. „Wir wollen Fragen dort neu stellen, wo bestehende Ansätze bisher keine Antworten liefern", sagte Nanz. Es gehe besonders darum, Denkräume zu schaffen und Fragen zu erörtern, die „querliegen“, wo es also gravierende Zielkonflikte gebe. „Was bedeutet der Kohleausstieg für Arbeitsplätze, wie kann man landwirtschaftliche Erträge steigern und gleichzeitig die Umwelt schonen?“ Es sei aber nicht das Ziel der Plattform, einen Bürgerdialog zu führen.

Martin Visbeck, Vorsitzender des DKN Future Earth und neben Dirk Messner von SDSN dritter Co-Vorsitzender des Lenkungskreises, unterstrich, dass „die Wissenschaft eine breite, systematisch aufgearbeitete Wissensbasis bereitstellen, Zielkonflikte und Synergien identifizieren, bewerten und innovative Lösungswege entwickeln wird.“ Mehrfach wurde in Berlin betont, die Plattform solle sich nicht auf den Lenkungskreis beschränken, sondern sei offen angelegt. Im Juni wird die Wissenschaftsplattform das erste Mal tagen und will dann bereits erste Themenfelder identifizieren.

pg

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